Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gott einfach nachahmen - Impuls zur Predigt

Epheser 5,1-2+8 So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe wie auch Christus uns geliebt hat. Denn früher wart ihr Finsternis, nun aber seid ihr Licht in dem Herrn, wandelt als Kinder des Lichts.

 

Gott einfach nachahmen

Impuls zum Predigttext für den Sonntag Okuli: Epheser 5,1-2(3-7)8-9.

Von Simone Sander

Simone Sander ist Pfarrerin in Stuttgart-Stammheim. Foto: Privat

Simone Sander ist Pfarrerin in Stuttgart-Stammheim. Foto: PrivatKinder des Lichts werden wir genannt. Das klingt gut und befreiend, aber für den heutigen Sprachgebrauch auch etwas fremd. Wann haben Sie sich oder andere als Kind des Lichts bezeichnet?

Wir sprechen heute anders von uns, bezeichnen uns meist in Kategorien: Die Privilegierten, Traditionellen und Intellektuellen, „die da oben“, die Kranken und Gesunden. Egal wie wir eingeteilt werden oder uns selbst einteilen: Vor Gott sind wir Gottes geliebte Kinder.

Wir sind von Gott zutiefst angenommen, bedingungslos gewollt und geliebt. Gott will uns nahe sein und findet immer wieder neue Wege, uns zu begegnen. Gott ist also nicht unendlich fern und abweisend, sondern mitfühlend und uns zugewandt. Er sieht uns freundlich an und lässt sein Antlitz leuchten über uns. Wer sich so angesehen weiß, wer sich in diesem Licht von ihm getragen weiß, kann ein Gefühl von Geborgenheit, Zuversicht und Selbstbewusstsein spüren, das sich nicht nur an äußeren Kategorien festmachen muss. Ein gutes Fundament, von dem wir unsere Wege immer wieder zuversichtlich gehen können, auch wenn sie gelegentlich steinig sind.

Gerade auf diesen Wegen dürfen wir, bei all unserem eigenen Einsatz, auch einmal abgeben und das, was wir nicht mehr selbst tun können, in Gottes Hände legen. Das mag für manchen fast schon eine Kränkung sein, sind wir doch gewohnt, alles selbst in die Hand zu nehmen oder meinen, es tun zu müssen. Wie gut dagegen, dass es auch das gibt: Die nicht geplante oder gemachte Lösung, sondern die wunderbare Fügung. Wenn wir zurückblicken: Gab es da nicht immer wieder Grund zum Aufatmen, zu einem befreienden Lachen? Plötzlich war man von einer Sorge befreit. Ein Stein fiel vom Herzen. Ein Blatt wendete sich. Und das gerade auch ohne unser Zutun. Dazu braucht es das Vertrauen zu Gott. Vertrauen – die stillste Art von Mut.

Wir sind Gottes geliebte Kinder

Wir sind Gottes geliebte Kinder. Nicht Gottes Knechte, sondern seine Geschöpfe in aller Mitverantwortlichkeit für diese Welt. Darum ist es auch konsequent, wenn wir dazu aufgefordert werden, Gott nachzuahmen. Auf den ersten Blick wird uns diese Aufgabe als Überforderung erscheinen. Nun hören wir aber nicht, „seid oder werdet wie Gott“, sondern werdet Nachahmer oder an-ders ausgedrückt: ein Mime. Ein Mime ahmt nicht nur oberflächlich das Wesen seines Vorbilds nach, sondern fühlt sich ganz tief in ihn ein, mit allem, was diesen bewegt.

Wenn wir uns so in Gott einfühlen, werden wir mehr und mehr spüren, dass er uns liebt. Dass er möchte, dass wir uns des Lebens freuen können. Dass es ihn aber auch schmerzt, wenn wir uns das Leben gegenseitig schwer machen. Wie schnell sind wir bei uns selbst und bei anderen mit Kritik. Wie heilsam ist ein Lob. Wir sind sparsam mit Anerkennung geworden, dabei ist es gerade die ehrlich ausgesprochene Wertschätzung, die unserer Seele so guttut.

„Werdet Nachahmer Gottes“ bedeutet auch: Fühlt euch nicht nur ein in die unendliche Zuwendung, die Gott uns gibt, sondern auch in seinen Schmerz, wenn wir als seine Kinder einander und der ganzen Schöpfung das Nötigste streitig machen. Du bist ein Kind des Lichts. Schon jetzt, nicht irgendwann, nicht unter bestimmten Bedingungen. Einfach so.

Was für eine Einladung!

 

Foto: unsplash/Paolo NicolelloFoto: unsplash/Paolo Nicolello

Gebet

Gott, du hast dein Lebenslicht allen Menschen geschenkt.

Auch mit dem Licht des Glaubens willst du uns beschenken, damit wir Leben haben in Fülle.

Amen.