Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gott und die Welt im Monat November

Die Ratgeber-Rubrik auf Ihre Fragen rund um die Kirche, den Glauben und die Bibel. Monat für Monat eine neue "Gebrauchsanweisung" für die Kirche, ein neues Kommentar von Corvus und die Tipps zum Einstieg in die Bibel.

Bild: Adpic, E. Isselée

"Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus;
alles fällt in Sinnen.

Leiser wird die Hand, der Mund,
stiller die Gebärde.
Heimlich, wie auf Meeresgrund,
träumen Mensch und Erde."


Christian Morgenstern

Gebrauchsanweisung für die Kirche

„Kirche ist ein bisschen kompliziert“ – diese Meinung hört man immer wieder von Menschen, die protestantischen Glaubens sind, aber vielleicht nur selten zum Gottesdienst kommen können. Mit unserer „Gebrauchsanweisung für die Kirche“ machen wir den Zugang zu Glauben und zur Gemeinde einfacher. Auch Sie haben eine Frage zu Glaube, Kirche oder Gemeinde? Zu Riten und Bräuchen, Festen oder Ämtern?
Senden Sie uns Ihre Fragen - per Post an die Redaktion Luthers, Augustenstrasse 124, 70178 Stuttgart oder per e-mail an redaktion(at)luthers-magazin.de.

Gott und die Welt Jahresübersicht 2013

 

„Mut – oder: Du sollst lügen!“

Wie geht die Bibel mit dem Thema Mut um?

Erstaunlich unkonventionell. Sicherlich wären Konfirmandeneltern ziemlich entsetzt, wenn ein Pfarrer seinen Unterricht erläutern würde mit den Worten: „Du sollst lügen!“. Aber nach einem Augenblick Nachdenkens könnten sie ihm wohl doch zustimmen. Nein, wörtlich steht es so natürlich nicht in den Zehn Geboten. Und doch gibt es das in der Bibel zu finden, allerdings zwischen den Zeilen: »Du sollst lügen!« Dieses wichtige Gebot steht in einer Geschichte im Alten Testament, und zwar als Auftakt zur Erzählung von der Befreiung der Kinder Israels aus Ägypten.

Was hat Mut mit Lügen zu tun?

Der Mut ist auf der Seite von zwei Hebammen, Schifra und Pua heißen die Heldinnen. Der Pharao damals hatte es mit der Angst bekommen, denn die Zahl der Israeliten im Lande wächst an, sie vermehren sich. Nun greift er zu einer mörderischen List. Er lässt die beiden hebräischen
Hebammen rufen und erklärt ihnen, wenn sie bei der Geburtshilfe gerufen würden, sollten sie die Knaben umbringen. Doch die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, was ihnen der König von Ägypten gesagt hatte, schreibt die Bibel, sondern ließen die Kinder am Leben. Mutig. Der Pharao stellt sie zur Rede.

Und was geschieht dann?

Eine brenzlige Situation. Wie sollen die Hebammen antworten, ohne ihr eigenes Leben zu riskieren? Sie greifen zu einer List und haben Erfolg. So
lesen wir in der Bibel: »Die Hebammen antworteten dem Pharao: „Bei den hebräischen Frauen ist es nicht wie bei den Ägypterinnen, sondern wie bei den Tieren: Wenn die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie schon geboren.“« Ihre kluge Lüge klingt plausibel. „Wenn so ein Knabe schon laut geschrien hat, wissen es die Nachbarn“, sagen die Hebammen. „Wir kommen halt zu spät ins Dorf.“

In solch einer Lage erlaubt die Bibel also das Lügen ausdrücklich?

Könige kommen und gehen. In der Bibel hat dieser Pharao keinen Namen. Aber der Mut. Im Kapitel 1 vom Buch Exodus (2. Buch Mose) sind für alle Zeit die mutigen hebräischen Hebammen mit ihren Namen genannt, Schifra und Pua. Sie verkörpern unübertrefflich diese Haltung in Entscheidungssituationen: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ (Apostelgeschichte 5,29). Du sollst lügen, wenn Du damit Menschen retten kannst.

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