Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gottesdienst im Zirkuszelt - Dobelmühle bei Aulendorf

AULENDORF (Dekanat Biberach) – Nach zwei Jahren Corona-Pause konnte an Christi Himmelfahrt wieder zum traditionellen Evangelischen Oberschwabentag (EOT) der beiden Kirchenbezirke Biberach und Ravensburg rund um die Dobelmühle bei Aulendorf eingeladen werden. Das gut besuchte Treffen stand unter dem Motto „Willkommen“.

 

Der Biberacher Dekan Matthias Krack hält die Predigt, Gehörlosenpfarrerin Daniela Milz-Ramming übersetzt.Foto: Barbara WaldvogelDer Biberacher Dekan Matthias Krack hält die Predigt, Gehörlosenpfarrerin Daniela Milz-Ramming übersetzt.Foto: Barbara Waldvogel

Kann man in einem Zirkuszelt einen würdigen Festgottesdienst feiern? Man kann. Auf dem großzügigen Gelände der Dobelmühle ist das seit vielen Jahren gut geübte Praxis. Landesbischof i. R. Gerhard Maier zeigte sich zunächst etwas verwundert darüber, dass er seine Bibelarbeit zur Jahreslosung nicht wie gewohnt in einem Tagungsraum der Dobelmühle, sondern unter der Zirkuskuppel halten sollte. Aber das ging dann gut. Wie überhaupt alles an dieser vom Wetter begünstigten Veranstaltung glückte – so das zufriedene Fazit von EOT-Geschäftsführer Georg A. Maile am Ende des Begegnungstages.

Während erfreulich viele Kinder- und Jugendliche die Angebote für ihre Gottesdienste annahmen, eröffneten die Posaunenchöre der beiden Kirchenbezirke unter Leitung von Dierk Jacob den Zeltgottesdienst mit Modest Mussorgskys „Das große Tor von Kiew“, und die Mitwirkenden schritten symbolträchtig durch einen in blaugelb dekorierten Torbogen – auch ein Zeichen der Solidarität mit den notleidenden Menschen in der Ukraine.

Premiere für neuen Dekan - Gottesdienst im Zirkuszelt

Im Mittelpunkt stand die Predigt, in der Biberachs Dekan Matthias Krack den Willkommensgruß mit Blick auf die Jahreslosung interpretierte: „Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Johannes 6,37). Er selbst verlasse sich seit seiner Jugend darauf, dass er bei Gott in jeder Situation willkommen sein. Mit Sätzen wie diesen habe der christliche Glaube der Welt seinen segensreichen Stempel aufgedrückt – und viele Gemeinden würden sich als offen und einladend empfehlen.

Abenteuerspielplatz mit Kistenstapeln auf dem Gelände der Dobelmühle. Foto: Barbara Waldvogel

Aulendorf. Gottesdienst im Zirkuszelt. Foto: Barbara WaldvogelDer Dekan, seit zwei Jahren im Amt und damit erstmals Teilnehmer am EOT, fragte aber auch kritisch nach, wie offen man sich zeige gegenüber anderen, die nicht in der Gemeinde beheimatet sind: den Bedürftigen, den Kranken, den Menschen mit Handicap. „Erfahren die Geflüchteten aus Afrika, Afghanistan und Syrien die gleiche Willkommenskultur bei uns wie die Menschen, die aktuell aus der Ukraine bei uns Zuflucht suchen?“ Krack warnte in Bezug auf den Ukraine-Krieg vor einer verengten Blickweise, denn das könne zu problematischen Ressentiments gegen die russischstämmige Bevölkerung in unserem Land führen.

Herzlich willkommen waren an diesem Tag auch die Gehörlosen. Daniela Milz-Ramming, Landespfarrerin für Gehörlose, übersetzte für sie den gesamten Gottesdienst in Gebärdensprache. Anschließend konnten Interessierte erfahren, wie hilfreich diese Art der Kommunikation für Betroffene ist.

Wie gewohnt, ging es nach dem Mittagessen in der Tenne oder der Kaffeepause im Open-Air-Bistro ins Freigelände. Kinder und Jugendliche gingen zum Abenteuerspielplatz, die Erwachsenen konnten indessen einen Stationenweg auf der Zeltwiese entlangwandern mit Infoständen zu verschiedenen diakonischen und ökumenischen Einrichtungen.

Posaunenchorleiter und Rollstuhlfahrer Dierk Jacob berichtete zum Thema „Inklusion und Realität“ über seine ernüchternden Erfahrungen bei einer Bahnreise nach Stuttgart, und Geschäftsführer Micheal Proß vom Gustav-Adolf-Werk schilderte Hilfsaktionen für die Ukraine. So wurden vom GAW bereits vier Lastwagen mit Hilfsgütern beladen in das vom Krieg heimgesuchte Land geschickt. Die Kollekte des Tages ging dann auch an die GAW-Nothilfe für die Ukraine. □

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