Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gut mit Geld umgehen

Nachhaltige Geldanlagen sind im Trend, das hat eine Umfrage der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) jüngst ergeben. Doch was heißt nachhaltiges Investment? Und wie steht die Bibel zum Umgang mit Geld? Eine Spurensuche an ganz unterschiedlichen Orten.


Wie sollen Christen und Kirche ihr Geld anlegen Die ?Bibel gibt einige wenige Hinweise. (Foto: Esther Stosch/pixelio)

Laut einer Umfrage der LBBW, die im Juni veröffentlicht wurde, rechnen drei von vier Einrichtungen mit einem zunehmenden Stellenwert von nachhaltigen Geldanlagen, 18 Prozent sogar mit einem stark zunehmenden Stellenwert. „Damit dürfte die Nachfrage nach dieser Form der Kapitalanlage weiter rasant wachsen“, schreibt die LBBW. Sie hatte 40 institutionelle Anleger und Stiftungen befragt.

Dass Institutionen und Organisationen zunehmend auf nachhaltiges Investment setzen, bestätigt auch Albrecht Weisker von der Evangelischen Bank. „Das ist ein dynamisch wachsender Markt“. Auch private Anleger fragen verstärkt danach, was mit ihrem angelegten Vermögen geschieht, sagt Weisker. „Sie wollen wissen, was mit ihrem Geld passiert.“ 

Der Begriff Nachhaltigkeit sei seit der Umweltkonferenz in Rio de Janeiro im Jahre 1991 in der breiten Öffentlichkeit etabliert, vorher war er nur in Fachkreisen, beispielsweise in der Forstwirtschaft, relevant. Bereits damals habe die Evangelische Bank, die seinerzeit noch Evangelische Kreditgenossenschaft hieß, einen Aktienfonds aufgelegt, der sich auf ökologische Unternehmen ausgerichtet hat. „Dieser Fonds hat sich aus der Nische heraus zu einem Erfolgsprodukt entwickelt“, sagt Weisker. Das Bewusstsein für nachhaltige Geldanlagen sei bei den Kunden gestiegen, ähnlich wie sich auch die Nachfrage nach Bio-Produkten oder nach fair gehandelter Ware entwickelt hat. Bio- und faire Produkte gibt es inzwischen im Supermarkt. Und weil auch Bankkunden zunehmend nach ethisch-nachhaltigen Geldanlagen fragen, gebe es inzwischen immer mehr Produkte. Zudem hätten sich manche  Firmen in ihrer Unternehmensführung umgestellt, um Investoren zu bekommen, denen ethisch-nachhaltiges Handeln wichtig ist, sagt Weisker.

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Doch welche Kriterien sind bei nachhaltigem Investment entscheidend? Die evangelische und die katholische Kirche haben 2011 beziehungsweise 2007 Leitfäden herausgebracht, in denen Kriterien für nachhaltiges Investment aufgelistet sind (siehe Seite 7). Unternehmen und Staaten werden beispielsweise danach beurteilt, wie schonend sie mit Ressourcen umgehen, ob sie Klimaschutzrichtlinien bachten, wie sie sich für Menschenrechte einsetzen oder ob sie gesetzliche und ethische Regeln einhalten. Länder, in denen es die Todesstrafe gibt, könne man beispielsweise ausschließen. Für manchen Anleger könne auch eine Rolle spielen, ob die Unternehmen, in die man investiert, faire Arbeitsbedingungen haben. Andere wiederum schlössen es aus, Firmen zu unterstützen, die Alkohol herstellen. 

„Wichtig ist, dass sich der Kunde informiert und selbst entscheidet, wo der Schwerpunkt seines Investmens liegen soll“, betont Weisker. Denn meist könne man nicht alle Kriterien gleichzeitig mit einem Investment bedienen. Darüber hinaus seien auch nicht alle Kriterien jedem Kunden gleich wichtig. Das bedeute schon auch ein bisschen Arbeit: hartnäckig nachfragen, im Internet recherchieren oder auch sich den Leitfaden der EKD  genau anschauen. „Aber es lohnt sich“, sagt Weisker. 

Dass nachhaltiges Investment bedeutet, dass es unter dem Strich weniger Rendite gibt, weist Weisker zurück: „Oft ist es so, dass die Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften und arbeiten, auch langfristig Gewinne erzielen.“ Davon hätten dann doch alle Seiten etwas.