Christliche Themen für jede Altersgruppe

Heil werden an Leib und Seele - Impuls zur Predigt

Markus 2,1-12 (in Auszügen) Nach etlichen Tagen ging Jesus wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass er im Hause war. Und es versammelten sich viele, sodass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort. Und es kamen einige, die brachten zu ihm einen Gelähmten. Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! Und er stand auf und nahm sogleich sein Bett und ging hinaus vor aller Augen, sodass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben solches noch nie gesehen.

Heil werden an Leib und Seele

Impuls für den 19. Sonntag nach Trinitatis: Markus 2,1-12.

Von Hans-Ulrich Bosch

Hans-Ulrich Bosch arbeitet als Gemeindepfarrer in Gussenstadt, Dekanat Heidenheim. Foto: Privat

In Jesus ist Gottes Reich unter uns angebrochen. Und die Geschichte vom Gelähmten und seinen Freunden macht deutlich: Da, wo Menschen Jesus etwas zutrauen, entsteht eine Beziehung zu ihm, eine Verbindung zum Göttlichen, und es geschieht Wunderbares. In den Evangelien finden wir eine Fülle von Erzählungen, wie Menschen mit verschiedensten Krankheiten zu Jesus kommen und von ihm gesund gemacht werden. Deshalb besteht für mich kein Zweifel daran, dass Jesus nicht nur als vollmächtiger Prediger sondern auch als Heiler, als Arzt für Leib und Seele, wirkte. Gemeinsam ist den Geschichten, dass das Vertrauen in Jesus die Voraussetzung dafür ist, dass jemand geheilt wird. Dieses Vertrauen brachten die Männer, die den Kranken zu Jesus trugen, ihm entgegen. Sie erwarteten ganz viel von ihm und dieses Vertrauen ermöglichte das Wunder. Was aber ist unser Erwartungshorizont? Trauen wir Jesus zu, dass er uns heilt an Leib und Seele, uns in Zeiten von Krankheit hilft und kaputte Beziehungen zu Gott oder unseren Mitmenschen durch seine Kraft der Vergebung wieder intakt werden?

ans-Ulrich Bosch arbeitet als Gemeindepfarrer in Gussenstadt, Dekanat Heidenheim. Foto: PrivatEin Gradmesser dafür ist, wie wir diese Geschichte lesen: Wurde da ganz real jemand gesund oder ist sie „nur“ metaphorisch zu verstehen als Neuanfang im Leben eines Menschen? Und was spricht dagegen, die Geschichte als reales Geschehen zu sehen? Ein anderer Gradmesser ist, was wir tun, wenn es uns gesundheitlich nicht gut geht. Denken wir, dass wir Krankheiten alleine durchstehen müssen? Oder glauben wir, dass Gott da auch „zuständig ist“ und Jesus uns helfen und heilen kann? Wieviel trauen wir ihm zu?

In unserer Gesellschaft haben viele Lebensbereiche keine Verknüpfung mehr zu Glaube und Spiritualität. Das gilt auch für das Gesundheitswesen. Wenn wir krank sind, suchen wir eine Ärztin oder einen Psychologen auf. Wenn es aber um Therapien und Behandlungspläne geht, spielt der Glaube eines Menschen in der Regel keine Rolle, obwohl Heilung als ganzheitlicher Prozess zu sehen ist, bei dem Leib, Seele, Geist und auch der Glaube zusammenspielen. Hat ein Mensch Angst oder Schuldgefühle, bindet das Kräfte, die nicht mehr für das Gesundwerden zur Verfügung stehen. Wenn ein Mensch aber mit sich im Reinen ist, fördert das den Heilungsverlauf. Energien werden freigesetzt, Kräfte können fließen.

Kräfte können fließen

Angelus Silesius dichtete einmal: „Gott, weil er groß ist, gibt am liebsten große Gaben, ach, dass wir Armen nur so kleine Herzen haben.“ Die Heilungsgeschichten der Bibel machen uns Mut, auch mit gesundheitlichen Problemen zu Jesus zu kommen. Selbst wenn nicht jede Bitte um Heilung erhört wird, ist uns doch verheißen, dass wir in jeder Lebenslage Trost und Stärkung durch den Glauben erfahren können.

Erwartungsvolle Kinder. Foto: unsplash/Vitolda KleinFoto: unsplash/Vitolda Klein

 

Gebet

Jesus Christus, wir danken dir, dass wir in der Begegnung mit dir heil werden an Leib und Seele.

Wir sehen über die Sorgen und Probleme unseres Lebens hinaus und empfangen Kraft von Gott.

Komm uns nahe, damit wir dich im Durcheinander unserer Welt nicht aus den Augen verlieren und für unsere Mitmenschen da sein können.

Amen.