Christliche Themen für jede Altersgruppe

Helfer zum Leben - Impuls zur Predigt

1. Könige 17,13 Fürchte dich nicht! Geh hin und mach’s, wie du gesagt hast. Doch mache zuerst mir etwas Gebackenes davon und bringe mir‘s heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du danach auch etwas backen.


Helfer zum Leben

Impuls zum Predigttext für den 7. Sonntag nach Trinitatis: 1. Könige 17,1-16.

Von Thomas Adam

Es geschah bei einer Trauung. Eine Tante der Braut hatte die Fürbitten übernommen und selbst formuliert. Ich wusste nicht, welche Worte sie finden würde. Und dann hörte ich Worte, die mich nun seit einem Vierteljahrhundert begleiten: „Wir brauchen die anderen, die wachen, wenn wir schlafen, die glauben, wenn wir zweifeln, die beten, wenn wir nur noch schweigen. Hilf uns, dass auch wir einander Helfer zum Leben werden.“

Während der Trauung, in der ich als Pfarrer zwei Menschen mit Gottes Segen berühren und stärken sollte, habe ich empfangen, was meine Seele berührt und bis heute meinen Glauben stärkt: „Wir brauchen die, die glauben, wenn wir zweifeln!“

Wir brauchen die, die glauben, wenn wir zweifeln

Da spielt uns das Leben hart mit, eine Last nach der anderen wird auf unsere Schultern, auf unsere Seele gelegt. Wir können nicht mehr. Und damit hört es immer noch nicht auf. Eine dürre Zeit in der Beziehung, eine Erkrankung, mit der der Arzt nichts anzufangen weiß, Stress am Arbeitsplatz. Jetzt können, ja, jetzt wollen wir nicht mehr. Es ist genug, mehr als genug. Alles scheint sinnlos, alles scheint verloren.

Wir funktionieren noch irgendwie, tun, was zu tun ist, ohne Freude, ohne Hoffnung und ohne Aussicht auf Besserung. Die Hände bewegen sich noch, aber im Inneren scheint alles wie abgestorben.

In der Bibel begegnen wir solch einem Menschen: „Eine Witwe las am Stadttor Holz auf.“ Witwe zu sein, war zur Zeit Elias ein schweres Los. Es gab keine geregelte Unterstützung oder Anspruch auf Grundsicherung. Wenn der Sohn dazu noch zu jung war und keine Arbeit annehmen konnte, dann mussten zwei Mäuler gestopft werden. Und dann reichen die Kräfte nur noch, vor dem Stadttor „einen Scheit Holz oder zwei“ zu sammeln. Genau da, wo längst alles Feuerholz aufgesammelt war. Mechanisch tut es die Witwe, weil sie es Zeit ihres Lebens getan hat. Holz sammeln, kochen, essen – „um zu sterben“.

Elia ist es, der für die Frau hofft und glaubt. Sie hat alles verloren: Das gesellschaftliche Ansehen, die Sicherung durch die Arbeit des Mannes, dann den Mut und die Zuversicht. „So wahr der Herr, dein Gott, lebt“, so spricht die Witwe Elia auf seinen Glauben an. Einen eigenen Glauben hat sie nicht mehr. Mag wohl der Fremde noch glauben können, ja, mag es wohl für andere noch einen Gott geben, der lebt – das hat nichts mehr mit ihr zu tun.

Und jetzt kommt ein Fremder und sagt ihr, was sie tun soll. Wie sie es vorhatte, soll sie kochen und Essen zubereiten. Aber dieser Fremde soll zuerst etwas bekommen und die Witwe soll es ihm auch noch bringen. Geht man so mit Menschen um, die nichts mehr haben? Elia tut es. Er glaubt, wo die Witwe noch nicht einmal mehr zweifeln kann. Er hofft, wo sie keine Worte mehr hat. In dem, was er der Frau zutraut, reißt er einen neuen Horizont auf. Im Rahmen des Erträglichen mutet er ihr etwas zu. In der Sorge für ihn ermöglicht er ihr die Erfahrung, das Leben in die eigenen Hände zu nehmen.

So wird Elia der Witwe zu einem „Helfer zum Leben“. So werden uns Menschen zu Helfern zum Leben, wie wir es für andere sein können und sein sollen. Wie wir das können? Indem wir wie Elia uns selbst stärken, damit wir Kraft haben für andere. Warum wir das können? Weil Gott selbst es ist, der die Quelle unseres Glaubens ist. □

Gebet

Gott, in deinem Wort finden wir Nahrung für unsere Seele, jeden Tag aufs Neue. Du stärkst uns und gibst uns Kraft und Mut, damit wir anderen „Helfer zum Leben“ werden. Lass uns wachen, wenn andere schlafen, hilf uns glauben, wenn andere zweifeln, mach uns beten, wenn andere nur noch schweigen. Amen.