Christliche Themen für jede Altersgruppe

Hier bin ich richtig - Kinderwerk Lima

RÖMERSTEIN – Seit mehr als 50 Jahren wird beim Kinderwerk Lima das Prinzip „Hilfe zu Selbsthilfe“ gelebt. Pfarrer Albrecht Lächele und seine Frau Hannah sind schon lange im Verein engagiert und waren bei den Jubiläumsfeiern in Peru dabei.

Lächele Kinderwerk Lima

Hannah Lächele hat von ihren Reisen nach Peru und Burundi viele Fotos mitgebracht.
Foto: Brigitte Scheiffele

300 Kindergartenkinder tanzen, spielen und singen. In einem Gartenbauprojekt pflanzen Schüler Radieschen, Salat und Erdbeeren. Grundschüler bevölkern die große Arena, bedanken sich bei den Partnern aus Europa und beweisen, wie gut sie Schule in der peruanischen Stadt Lima aktiv mitgestalten. Es folgt ein Feuerwerk von Beiträgen der Sekundarschüler mit Einzeldarbietungen und Tänzen in Klassenchoreographie. So wurde im Oktober das 50-jährige Bestehen des Kinderwerks Lima gefeiert.

Albrecht Lächele, Pfarrer in Römerstein, und seine Frau Hannah gehören schon seit mehr als 20 Jahren zu den Förderern des Kinderwerks. Die Jubiläumsfeiern haben sie in Peru miterlebt. „Hier geschieht Ernte. Gott hat gesegnet“, sagt Lächele, der ehrenamtlicher Vorsitzender des Vereins ist. Das Kinderwerk Lima weist eine steile Erfolgsgeschichte vor: Aus der Initiative einer Kirchengemeinde in Heidenheim ist ein vielseitig operierendes sozial-diakonisches Missionswerk geworden, das das Leben zahlreicher Kinder und ihrer Familien verändert hat. Tausende von Paten in Deutschland haben ihr Patenkind in Peru über viele Jahre begleitet.

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Albrecht Lächele lernte 1996 in seiner damaligen Kirchengemeinde in Laichingen das Kinderwerk Lima kennen. Auch seine Familie übernahm Patenschaften. Im April 2008 wird er zum Vorsitzenden und reist ein Jahr später zum ersten Mal nach Lima. „Es war ein zermürbender Flug, aber als ich ausstieg wusste ich, ich bin richtig.“ Er lässt sich auf das Land ein und lernt. „In Europa denkt man immer, man habe alles im Griff. Aber wir haben verstanden, dass wir unseren Partnern in Lima unsere Ideen nicht überstülpen können.“ Mittlerweile spricht der Römersteiner Pfarrer fließend spanisch.

Pfarrer Albrecht Lächele RömersteinDie Potenz dieses Landes liege in den Kindern, sagt er und ist stolz darauf, dass heute viele der ehemaligen Schüler als Lehrer tätig sind. Es gibt auch eine Zahnärztin an der Schule, die selbst Schülerin an einer der vom Kinderhilfswerk errichteten Gutenberg-Schule war. Eine Zahnärztin an einer Schule? Aber sicher, sagt Lächele. Es gebe auch eine Arztpraxis, Psychologen, Sozialarbeiter und vier Pastoren, die für Religion, Seelsorge und Elternarbeit im Einsatz sind.

Beim zweiten seiner insgesamt fünf Besuche fliegt Hannah Lächele im Jahr 2010 auf eigene Kosten mit. Seitdem ist ihr noch stärker bewusst, welche Verantwortung ihr Mann mit seinem Ehrenamt als Vorsitzender übernommen hat. „Man kann alles erst verstehen, wenn man vor Ort gewesen ist. Es ist eine unglaubliche Entwicklung mit viel Freude und Emotionen“, sagt sie.

2013 keimt die Idee, das Kinderwerk Lima in die Hände der Einheimischen zu übertragen. Bis 2025 soll die komplette Selbständigkeit erreicht sein. Parallel dazu sucht der Verein nach einem neuen Wirkungskreis und 2016 wird das zentralafrikanische Burundi zum neuen Betätigungsfeld des Kinderwerks. Die Verhältnisse sind dort deutlich schwieriger als im Schwellenland Peru. „Um die Lehrer in Burundi zu bezahlen, sind wir 2018 mit 9999 Euro Bargeld im Koffer rübergeflogen – der erlaubten Summe“, sagt Lächele.

Burundi Lima Stadtbild

Kindergarten, Grundschule und Sekundarschule hat der Verein Kinderwerk in Lima finanziert ‒ und dabei Buntheit in die Stadt gebracht.
Foto: privat/Lächele

Das Kinderwerk ist in einen laufenden Betrieb eingestiegen mit kleiner Grundschule, kleinem Krankenhaus, Wasserpumpe und Stromversorgung. „Wenn es eine Primarschule gibt, dann brauchen wir auch eine Sekundarschule“, sagt Lächele und zeigt Fotos vom Rohbau. Gebaut ohne Kran und mit Steinen, die von den Menschen auf dem Kopf geschleppt wurden.

Auch in BuruBurundi Kinderwerk Limandi setzen die Verantwortlichen auf Bildung, wollen eine Berufsschule und ein Internat errichten. „Wir wollen Menschen, die benachteiligt sind, so auf die Beine helfen, dass sie leben können. Wir wollen die Partner sein, die ihr Wissen verschenken“, sagt Lächele. Burundi habe viel Potential.

 Lima Burundi Kinderwerk

In Burundi mangelt es an vielem ‒ unter anderem an Schulen.
Foto: privat/Lächele

Ein Vortrag des Missionars Dr. José Moro in der Waldkirchengemeinde in Heidenheim legte den Grundstein für den 1968 gegründeten Verein Kinderwerk Lima. Er berichtete von Menschen aus dem Hochland Perus, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Lima flüchteten und dann in Elendsvierteln am Rande der Wüstenstadt landeten. 1969 begann die Arbeit im Stadtteil El Agustino. Heute besuchen über 1400 Schüler die Gu-tenbergschule in El Agustino. 1986 übernahm der Verein im Stadtteil Comas einen kleinen Kindergarten mit Schulspeisung. Mittlerweile bietet die Schule Platz für 940 Kinder. Nach der Jahrtausendwende erweiterte der Verein seine Arbeit auf die Stadt Huanta: Heute erreicht die Gutenbergschule dort 420 Schüler. Auch in Paraguay unterhält das Kinderwerk Schulen. Informationen im Internet unter www.kinderwerk-lima.de

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