Christliche Themen für jede Altersgruppe

Hinschauen am Bildschirm - 3. Ökumenische Kirchentag

Er wird anders als vorgesehen – doch der 3. Ökumenische Kirchentag in Frankfurt am Main fällt nicht aus. In das kurzfristig entstandene digitale Programm haben die Organisatoren möglichst viele typische Kirchentagszutaten einfließen lassen. Von den Podien mit politischer Prominenz über die abendlichen Kulturveranstaltungen bis hin zu den zufälligen Begegnungen.

Der katholische Präsident des Kirchentags, Thomas Sternberg, und seine evangelische Kollegin Bettina Limperg. Foto: ÖKTDer katholische Präsident des Kirchentags, Thomas Sternberg, und seine evangelische Kollegin Bettina Limperg. Foto: ÖKT

Das Motto des 3. Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) in Frankfurt am Main lautet „schaut hin“ (Markus 6,38). Für die allermeisten Teilnehmer der Veranstaltung vom 13. bis 16. Mai heißt das: „Schaut in den Bildschirm“. Denn der ÖKT findet „digital und dezentral“ statt. Große Massenveranstaltungen in Frankfurt werden durch ein digitales Programm ersetzt, bei dem die Internetseite www.oekt.de zur zentralen Plattform wird.

Es werde „ein Programm sein, das anders anspricht und anders erreicht“, sagt Thomas Sternberg, der katholische ÖKT-Präsident. Auf dem Plan steht ein Mix aus Live-Sendungen aus Frankfurt, vorab aufgezeichneten Sendungen und digitalen Begegnungsorten. Am Mittag des Freitags, 14. Mai, und den ganzen Samstag, 15. Mai, ab 8.30 Uhr wird live aus dem ÖKT-Studio in Frankfurt gesendet, mit stündlich wechselnden Schwerpunkten, von der Ökumene bis zur Zivilcourage. Zusätzlich gibt es Live-Podien und Gesprächsformate, die die Schwerpunkte vertiefen. Die meisten vorab aufgezeichneten Sendungen – unter anderem fast alle Bibelarbeiten – stehen am Samstag ab 8 Uhr auf www.oekt.de zur Verfügung und können dann jederzeit angesehen werden.

3. Ökumenischer Kirchentag - Programm, das anders anspricht

Inhaltlich geht es um die wichtigen Themen der Zeit, wie die evangelische ÖKT-Präsidentin Bettina Limperg erklärt: „Wir packen heiße Eisen an: Macht und Missbrauch von Macht, Armut und Ungerechtigkeit, die Herausforderungen einer digitalen Gesellschaft und vieles mehr.“

So gibt es ein Hauptpodium mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und eines zum Klimawandel mit Kanzlerin Angela Merkel, beide Samstag ab 8 Uhr abrufbar.

Finanzminister Olaf Scholz nimmt am Samstag ab 16 Uhr an einer Live-Diskussion zu den Kosten der Corona-Krise teil und Gesundheitsminister Jens Spahn diskutiert unter anderem mit Württembergs Landesbischof Frank Otfried July am Samstag um 15 Uhr über die „Europäische Soziale Marktwirtschaft“.

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Auch zu Themen wie Abendmahl, Missbrauch und Sterbehilfe sind Podien geplant. Beim „Gedenken zu Beginn“ am Freitag um 11 Uhr geht es um jüdisches Leben in Frankfurt. Daran schließen sich Veranstaltungen zum jüdisch-christlichen Dialog an – wegen des Sabbatgebots finden diese nicht am Samstag statt.

Eine Festveranstaltung zum ÖKT mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier um 19 Uhr und die digitale Uraufführung des Oratoriums „EINS“, das von Paulus, Petrus und dem Urchristentum handelt, beschließen den Freitag. Am Samstag gibt es von 20 bis 23.30 Uhr ein Kulturprogramm mit Beiträgen aus den gastgebenden Kirchen sowie Musik, etwa von Clemens Bittlinger, Siegfried Fietz und Judy Bailey. Abseits des Programms sind Begegnungen mit anderen Teilnehmern an „digitalen Stehtischen“ in Kleingruppen möglich.

Wer sich überraschen lassen möchte, kann sich zehn Minuten mit einem zufällig ausgewählten anderen registrierten Teilnehmer unterhalten. Außerdem gibt es ein digitales Gästebuch. Jenseits des Digitalen wünschen sich die Organisatoren, dass Gruppen in ganz Deutschland den ÖKT zu einer dezentralen Veranstaltung machen. Manche Gemeinden, auch in Württemberg (siehe Seite 17), nehmen in Gottesdiensten die Themen des ÖKT auf. Dass sich zusätzlich die Hoffnung erfüllt, dass Gemeindegruppen den Kirchentag zusammen live verfolgen können, ist aufgrund des Infektionsgeschehens eher unwahrscheinlich. □