Christliche Themen für jede Altersgruppe

Hirnfutter für kalte Tage - Geschenktipps und Empfehlungen

Wer auf der Suche nach einem schönen Geschenk zu Weihnachten ist oder sich einfach selbst Gutes tun will, ist mit einem Buch gut beraten. Die Redaktion des Gemeindeblatts empfiehlt auf diesen Seiten ein paar Titel, die sie selbst gelesen hat. Viel Vergnügen!

SkuAlina Bronsky. Der Zopf meiner Grossmutter. Pressebildrril und warmherzig

Die Großmutter ist die zentrale Figur dieses Romans, und es ist eine Frau, die gleichermaßen bewundert wie gefürchtet wird. Aus Sicht des siebenjährigen Enkels wird die Familiengeschichte erzählt, und als Leser weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll angesichts der skurrilen und manchmal überzeichneten Szenen. Dass sich in der Familie Trauriges ereignet hat, erfährt man erst spät – bis dahin zieht einen der Roman von der ersten Seite an in Bann, mit seiner humorvollen und warmherzigen Erzählweise. Ein unsentimentales Buch über Glück und die Kraft der Vergebung. Franciska Bohl

Alina Bronsky: Der Zopf meiner Großmutter.
Verlag Kiepenheuer & Witsch 2019, 214 Seiten, 20 Euro

 

Jenseits von Hartz IVAnna Mayr. Die Elenden. Pressebild

Anna Mayr weiß, was Armut ist. Die Eltern der heute 27-jährigen „Zeit“-Redakteurin sind Langzeitarbeitslose. In ihrem Buch „Die Elenden“ beschreibt sie, was es bedeutet, mit Hartz IV aufzuwachsen. Dabei geht sie aber weit über die eigene Aufstiegsgeschichte hinaus. Anna Mayr macht sich grundsätzliche Gedanken darüber, warum die Gesellschaft Arbeitslose verachtet – und sie als abschreckendes Beispiel doch braucht. Ein Buch, das zu neuen Sichtweisen anregt und mit seinem Appell für mehr Großzügigkeit Alternativen zur bestehenden Lage aufzeigt.

Anna Mayr: Die Elenden.
Hanser 2020, Hardcover, 208 Seiten, 20 Euro


Klaas Huizing. Zu Dritt. PressebildUnfriede im Haus

Es ist ein ständiger Kampf zweier Frauen: im Dreiecksverhältnis, das der reformierte Theologe Karl Barth mit seiner Mitarbeiterin und Geliebten Charlotte von Kirschbaum und seiner Ehefrau Nelly Barth unterhielt. Klaas Huizing lässt in seinem Roman „Zu dritt“ vor allem die beiden Frauen zu Wort kommen. Einfühlsam lässt er ihre Hoffnungen, Sehnsüchte, Wünsche sprechen. Brüche werden sichtbar bei dem großen Theologen, der in seinen Schriften die Ehe als exklusive Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau beschreibt, selbst aber etwas ganz anderes lebt. Nicole Marten

Klaas Huizing. Zu dritt
Verlag Klöpfer, Narr 2020, 411 Seiten, 28 Euro

 

Gabriele Tergit, Vom Frühling und von der Einsamkeit. PressebildHellsichtig

Gabriele Tergit zählt zu den wichtigsten Schriftstellerinnen und Reporterinnen der Weimarer Republik. Dieser Band vereint ihre sachlich-poetischen Gerichtsreportagen. Mit wenigen Worten skizziert sie Fälle, die das gesellschaftliche Klima jener Jahre beleuchten. Um dies zu verdeutlichen, genügt ihr oft ein Satz wie: „Aber ein Hochstapler ist ja ein Spiegel der Mentalität einer Zeit.“ Hellsichtig und mutig schreibt sie über eine Zeit aus den Fugen. Nach den Romanen „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ und „Effingers“ eine weitere, beeindruckende Wiederentdeckung.

Gabriele Tergit: Vom Frühling und von der Einsamkeit
Schöffling & Co. 2020, 368 Seiten, 28 Euro

 

Norbert Scheuer. Winterbienen. PressebildHoffnung auf Frieden

Norbert Scheuer erzählt in dem Roman vom Bienenzüchter Egidius Arimond am Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Geschichts- und Lateinlehrer wurde krankheitshalber aus dem Schuldienst entlassen. Da er für seine Medikamente viel Geld braucht, bringt er jüdische Flüchtlinge in präparierten Bienenstöcken über die belgische Grenze und macht sich dazu die Natur der Winterbienen zu Nutze. Gleichzeitig kreisen über der Eifel britische und amerikanische Bomber. Mit Leidenschaft und großer Erzählkunst wird die Geschichte der Winterbienen in diesem Roman erzählt. Claudia Hilsenbeck

Nobert Scheuer: Winterbienen.
dtv Taschenbuch 2020, 320 Seiten, 11,90 Euro

 

Mut und Menschlichkeit. Tangred Stoebe. PressebildSprechen hilft immer

Eigentlich wollte Tankred Stöbe Schauspieler werden. Gut, dass er doch Medizin studiert hat. Denn als Arzt ist er zum Anwalt und zum engagierten Helfer von Menschen in Not geworden. In den vergangenen 17 Jahren war Stöbe für „Ärzte ohne Grenzen“ unter anderem in Myanmar, in Syrien, in Palästina und in Nepal im Einsatz. Das Buch über die Erfahrungen, die er dort gemacht hat, ist spannend zu lesen und hat gleichzeitig eine große Tiefe. Denn Stöbe ist nicht nur ein guter Erzähler, er reflektiert zudem auf hohem Niveau darüber, was Menschsein bedeutet. Dorothee Schöpfer

Tankred Stöbe: Mut und Menschlichkeit.
S. Fischer Taschenbuch 2019, 185 Seiten, 14,99 Euro

 

Ines Geipel. Umkaempfte Zone. PressebildDer rätselhafte Hass

Westdeutsche verstehen Ostdeutsche in vielerlei Hinsicht nicht. Vor allem der diffuse Hass auf den Staat und die Fremdenfeindlichkeit verstören viele. Ines Geipel versucht, dem auf den Grund zu gehen. Die ehemalige DDR-Topathlethin tut das nah an ihrer Familiengeschichte, die sie gekonnt mit der Geschichte der DDR verknüpft. Dabei geht es um Jahrzehnte der Verdrängung, um Schuldverschiebungen und fehlende Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Der Mythos einer Opfergesellschaft, die dieses Opferverhalten nun abermals reproduziert. Andreas Steidel

Ines Geipel: Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der-Hass.
Klett-Cotta 2019, 280 Seiten, 20 Euro

 

Jonas Jonasson. Der Massai. PressebildSkurriler Kulturschock

Als der Massai-Medizinmann Ole Mbatian aus einem abgelegenen kenianischen Dorf nach Schweden kommt und dem rassistischen Kunsthändler Victor begegnet, ist der Kulturschock vorprogrammiert. Jonas Jonasson beschreibt das Aufeinandertreffen dieser und weiterer skurriler Figuren so lebhaft und humorvoll, dass man gar nicht aufhören möchte zu lesen. Der Autor nimmt wechselnd die Blickwinkel der verschiedenen Personen ein. Ganz nebenbei entlarvt er mit viel Ironie die widersprüchliche Logik hinter nationalistischem Gedankengut.
Nico Bähr

Jonas Jonasson: Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte.
C. Bertelsmann 2020, Hardcover, 399 Seiten, 22 Euro

 

Gott, wo steckst du. Harald Lesch, Manfred Spitzer und Günther Paal.PressebildGott, wo steckst du?

Ein Astrophysiker, ein Psychiater und ein Kabarettist sprechen über Gott. Was wie der Anfang eines schlechten Witzes klingt, ist die Ausgangslage dieses Buches. Harald Lesch, Manfred Spitzer und Günther Paal diskutieren launig und unterhaltsam über das Wesen Gottes. Dabei treffen protestantische, katholische und agnostische Weltanschauungen aufeinander und werden im Gespräch abgewogen. Wunderbar zu lesen und fast noch schöner als Hörbuch zu hören, wie die drei das Mysterium Gott für sich zu entschlüsseln versuchen.
Tobias Glawion

Manfred Spitzer, Harald Lesch, Gunkl: Gott, wo steckst du?
mvg Verlag 2019, 122 Seiten, 12,99 Euro
Hörbuch,1h57 min, 16,99 Euro

 

 

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