Christliche Themen für jede Altersgruppe

Im Garten der Kirche

Am 17. April beginnt die Bundesgartenschau (BUGA) in Heilbronn. Es ist die erste BUGA in Baden-Württemberg seit 42 Jahren. Sie gibt der Stadt ein neues Gesicht, mit einem Wohnquartier, das gerade entsteht und bereits belebt ist. Mitten auf dem Gelände ist auch der Kirchengarten zu finden: eine Oase mit Obstbäumen, Ruhezonen und täglichen Andachten. 

Das Bundesgartenschaugelände in Heilbronn (Foto: Pressebild)

Apfelbäume sind die idealen Gartenschaugewächse. Am 17.?April, wenn die BUGA in Heilbronn öffnet, fangen sie an zu blühen, am 6. Oktober, wenn sie pünktlich am Erntedanktag schließt, sind ihre Früchte reif. „Deswegen haben wir uns ganz bewusst für Apfelbäume entschieden, man kann immer etwas sehen“, sagt Gartenschaupfarrerin Esther Sauer.

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Esther Sauer ist die Beauftragte des evangelischen Kirchenbezirks Heilbronn beziehungsweise der Landeskirche für die Bundesgartenschau 2019. Seit März vergangenen Jahres macht sie nichts anderes und organisiert zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen den Auftritt der Kirchen auf der BUGA. Die evangelische Landeskirche Württemberg ist mit im Boot, die katholische Diözese Rottenburg und die anderen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Heilbronn: Baptisten, Methodisten, Neuapostolische und Syrisch-Orthodoxe.

„Leben schmecken“ lautet das gemeinsame Motto der Kirchen auf der Bundesgartenschau. Die firmieren übrigens nur unter dem Begriff „Kirche auf der BUGA“, Einzahl statt Mehrzahl, „weil wir zeigen wollen, dass wir eine Einheit sind,“ sagt Esther Sauer, „alles ist ökumenisch“, jede Andacht und jeder Gottesdienst.

Die Andachten sind ein wesentlicher Programmpunkt im rund 1000 Quadratmeter großen Kirchengarten. Jeden Werktag um 12 Uhr findet eine solche Besinnung statt, mittwochs und sonntags zusätzlich eine Abendandacht. Das lädt Menschen ein, zu verweilen und zur Ruhe zu kommen – in einem Bereich, der sogar über ein paar ansehnliche Platanen verfügt.

Ein alter Baumbestand, der die Ausnahme ist auf dem Gartenschaugelände, denn tatsächlich hielt sich der Bewuchs auf der einstigen Gewerbebrache in Grenzen. Große Teile des 40 Hektar umfassenden Gartenschaugeländes wurden auf dem alten Heilbronner Hafenareal errichtet, ein städtischer Problembereich, der schon seit Jahren die Frage nach einer Neugestaltung aufwarf. Da kam die Bundesgartenschau gerade recht.

2007 wurde der Vertrag abgeschlossen, 2013 mit dem Bau begonnen. Seither wurden Tausende von Kubikmetern Altlasten abgetragen, eine komplette Bundesstraße verlegt, 1,6 Kilometer Neckarufer renaturiert, eine Million Blumenzwiebeln gepflanzt, 100 000 Stauden, 8000 Rosen und 1700 Pappeln.

Nicht alles davon wird dauerhaft bleiben. Das Besondere der Bundesgartenschau in Heilbronn ist, dass in ihrer Mitte ein neues Stadtquartier ensteht, Wohnraum für mehrere Tausend Menschen (siehe auch Seite 6). In diesem „Inzwischenland“ ist auch der Kirchengarten angesiedelt. Er wird, wie so vieles andere, nach dem Ende der Gartenschau weiteren Wohnhäusern weichen.

Jetzt ist allerdings erstmal ein halbes Jahr Baustopp. 173 Tage haben Blumen und Besucher Vorrang. Letztere können barrierefrei über ein Gelände schlendern, das mit 40 Hektar für eine Bundesgartenschau ausgesprochen klein ausfällt. Zum Vergleich: In Hamburg waren es 120 Hektar, in München 130 Hektar.

Das klingt zwar beeindruckend, hat aber den großen Nachteil, dass man als Besucher oft lange Geh- oder Transportwege in Kauf nehmen muss, um von A nach B zu kommen. In Heilbronn ist das anders: Dort lässt sich fast alles bequem an einem Tag zu Fuß erledigen. Für den Fall der Fälle gibt es ein Wassertaxi auf dem Neckar, das denen, die nicht mehr wollen, den Rückweg erleichtert.

Der Neckar ist ein zentrales Element der Bundesgartenschau in Heilbronn. Seine Ufer waren in diesem Bereich überhaupt nicht zugänglich, jetzt sind sie begrünt, mit Stufen ausgestattet und von Bäumen gesäumt. Hier kann man gemütlich rasten und das gilt auch für die Zeit nach der BUGA: die Uferzonen bleiben den Menschen in der Stadt ebenso wie die beiden Seen, die auf dem Gelände entstanden sind und die Namen alter Hafen­becken tragen.

Esther Sauer und ihre Kollegen haben vor der BUGA in Heilbronn zahlreiche andere Gartenschauen besucht. Ihre Erkenntnis: Kirche ist oft zu sehr am Rande, wird übersehen oder gar nicht gefunden. „Das wollten wir anders machen“,  sagt sie und ist stolz darauf, dass es gelungen ist, den Kirchengarten ins Zentrum des Gartenschaugeländes zu rücken.

Eine Vielzahl von Ehrenamtlichen sorgt dafür, dass die Besucher dort immer einen Ansprechpartner haben. Rund 200 Helferinnem und Helfer haben sich gemeldet, „wir waren überwältigt“, sagt Pfarrerin Sauer. Hinzu kommen zwei Absolventen des Freiwilligen Ökologischen Jahrs und zwei aus dem Bundesfreiwilligen­dienst.

Nicht alle der 600 kirchlichen BUGA-Veranstaltungen werden im Kirchengarten stattfinden. Die Sonntagsgottesdienste (jeweils 11 Uhr) sind auf der Fährlesbühne zu Gast, ebenso die Auftritte von Chören. Die Fährlesbühne ist die ausrangierte Neckarfähre aus Haßmersheim, ein Stück Nostalgie, das den Rahmen für manche Veranstaltung abgibt.

Rund 6000 Veranstaltungen werden es auf dem Bundesgartenschaugelände insgesamt sein. „Es ist wie ein 173 Tage dauernder Kirchentag“, sagt Esther Sauer mit einem Lächeln. Zu den Großveranstaltungen gehören auch das Landesmissionsfest, das Ende Juni dort stattfindet, ein Fernsehgottesdienst und der Tag der Schöpfung.

Von Donnerstag bis Sonntag gibt es farbenfrohe Wasserspiele zu bewundern, die ganze Woche über einen wachsenden Weinberg, der in der baden-würtembergischen Weinhauptstadt Heilbronn natürlich nicht fehlen darf.

Eine weitere Attraktion hat pünktlich vor Beginn der Bundesgartenschau wiedereröffnet: Die Experimenta, nach eigenen Angaben das größte Wissenschafts-Center in Deutschland, grenzt unmittelbar an die Bundesgartenschau an. Zur Eröffnung des großen Neubaus kamen Ministerpräsident Kretschmann und TV-Moderator Günter Jauch.


Information

Kirche auf der BUGA: Der Kirchengarten liegt im „Inzwischenland“. Dort findet von Montag bis Samstag jeweils um 12 Uhr ein Mittagsimpuls statt. Mittwoch und Sonntag gibt es  um 18 Uhr ein Abendgebet, alle 14 Tage am Dienstagnachmittag ein offenes Singen. Jeden Sonntag um 11 Uhr wird ein ökumenischer Gottesdienst auf der „Fährlesbühne“  angeboten. Im Kirchengarten gibt es immer Ansprechpartner, Bibelverse und eine Wand, an der man seine Anliegen anbringen kann.

Weitere Informtionen im Internet unter www.kirche-buga2019.de


Weitere Veranstaltungen: Am 17. April findet um 9.15 Uhr in der Kilianskirche in Heilbronn  der Eröffnungsgottesdienst zur Bundesgartenschau mit den Bischöfen Frank Otfried July und Gebhard Fürst statt.

Am 29. und 30. Juni ist das Landesmissionsfest zu Gast in Heilbronn. Am Pfingstmontag wird ein Fernseh-Gottesdienst live übertragen, am 6.?September die Zentralveranstaltung für den Tag der Schöpfung in Heilbronn sein.


Allgemeine Auskunft: Die Bundesgartenschau wird am 17. April er­öffnet und dauert bis 6. Oktober.

Der Eintritt kostet 23 Euro, Kinder

bis 15 Jahre sind frei. Weitere Informationen unter Telefon 07131-2019, ­Internet: www.buga2019.de


Hinweis: Gemeindeblatt-Leser haben im Januar ein  Gutscheinheft mit Rabatten für die BUGA bekommen.

 

 

 

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