Christliche Themen für jede Altersgruppe

Im Reich der Hohenloher - Die Burgenstrasse

NEUENSTEIN/WALDENBURG (Dekanat Öhringen) – Kaum zehn Kilometer liegen Waldenburg und Neuenstein auseinander: Die beiden Hohenloher Kleinstädte standen einst für die Hauptlinien des Fürstenhauses, das ab dem 17. Jahrhundert auch konfessionell gespalten war. Die Burgenstraße verbindet beide sowie ein Radweg, der ein paar richtige Höhenmeter enthält.

Wasserschloss Neuenstein: Hier ist das Zentralarchiv des Hauses Hohenlohe angesiedelt. Foto: Andreas SteidelWasserschloss Neuenstein: Hier ist das Zentralarchiv des Hauses Hohenlohe angesiedelt. Foto: Andreas Steidel

Malerisch liegt das Wasserschloss von Neuenstein in der Ortsmitte. Es ist ein prachtvoller Renaissancebau mit sechs Geschossen und einer Vielzahl von Räumen. In denen wohnen die Fürsten von Hohenlohe-Öhringen, nachdem ihre Residenz in Öhringen heute als Rathaus dient. Neuenstein hingegen ist hochadeliger Familienbesitz, mit der Besonderheit, dass hier auch das Zentralarchiv des Hauses Hohenlohe untergebracht ist. Überdies gibt es ein Schlossmuseum mit einem Raritätenkabinett, das freilich wegen der Corona-Krise bis auf weiteres geschlossen bleibt.

So muss man sich eben mit der nicht minder attraktiven Außenansicht des Schlosses begegnügen. Es liegt an der Burgenstraße, die nicht nur per Auto erkundet werden kann, sondern auch einen beschilderten Radweg besitzt.

Fährt man ihn acht Kilometer weiter, hat man schon das nächste Hohenloher Schloss erreicht. Auf einem Berggipfel hoch über der Ebene liegt Waldenburg, das wegen der formidablen Aussicht auch der Balkon Hohenlohes genannt wird. Hier wohnt noch die Fürstin von Hohenlohe-Waldenburg in einem Schloss, das nach dem Zweiten Weltkrieg erst wieder aufgebaut werden musste.

Religion spaltet Fürstenhaus

Einst trennten die Neuensteiner und Waldenburger mehr als nur ein paar Kilometer und Höhenmeter: Zwischen den beiden Kleinstädten im heutigen Kirchenbezirk Öhringen verlief auch eine Herrschaftsgrenze. 1551 waren die Hohenloher noch einmütig protestantisch geworden, Graf Georg I. soll auf dem Sterbebett das Abendmahl in beiderlei Gestalt bekommen haben. Seine Söhne nahmen 1553 das Augsburger Bekenntnis an und führten in der Grafschaft den evangelischen Glauben ein.

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Doch bereits 1555 kam es zu einer Teilung der Stammlande mit den Hauptlinien Neuenstein und Waldenburg. Der Konflikt verschärfte sich, als 1667 die Hohenlohe Waldenburger zum katholischen Glauben zurückkehrten.

Nun war richtig Feuer unterm Dach und das Nebeneinander der Hohenloher Grafen von Rivalität und Missgunst geprägt. Auf die Spitze getrieben wurde das Ganze, als der Kaiser 1744 die katholischen Waldenburger in den Reichsfürstenstand erhob, die Neuensteiner aber nicht.

Die kamen erst 1764 in den Genuss dieser Ehre und 1782 kehrte schließlich mit der Öhringer Konvention endlich Frieden ein im Hause Hohenlohe. Lange genießen konnten sie ihn freilich nicht: 1806, mit dem Ende des Alten Reiches, wurden sämtliche Hohenloher Besitzungen Württemberg zugeschlagen.

Das Rathaus in Waldenburg: Die Kleinstadt auf dem Berg ist vor allem für ihre Aussicht bekannt. Foto: Andreas SteidelDas Rathaus in Waldenburg: Die Kleinstadt auf dem Berg ist vor allem für ihre Aussicht bekannt. Foto: Andreas Steidel

Wer mit dem Rad von Dorf zu Dorf unterwegs ist, kann noch heute den anderen Dialekt der Menschen dort hören. Zwischen Streuobstwiesen geht es hindurch und schließlich stolze 250 Höhenmeter hinauf nach Waldenburg. Der Blick von oben ist ein Genuss – und ebenso wie die anschließende Talfahrt ein Lohn für die Anstrengung.

◼ Informationen: Burgenstraße, Telefon 07131-9735010, Internet: www.burgenstrasse.de

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