Christliche Themen für jede Altersgruppe

In einer lichten Perspektive - Jesus Christus ist wirklich auferstanden!

Österliche Hoffnungsorte verweisen auf Jesus Christus, der bei uns sein will alle Tage. Auch in Zeiten der Pandemie bringt nichts und niemand die Osterhoffnung zum Schweigen. Das Licht durchbricht die Nacht und der Blick geht hinaus in das weite Land des Neubeginns.

 Ostern. Auferstehung Jesu. Foto: congerdesign, pixabayOstern. Auferstehung Jesu. Foto: congerdesign, pixabay

Es gibt Orte, da spricht mich die österliche Botschaft besonders an. In diesem Jahr werde ich die Candiduskirche in Kentheim im Nordschwarzwald besuchen. Sie ist ein solcher Ort.

Warum? Ist es doch ein kleines, uraltes Kirchlein aus dem neunten Jahrhundert. Eher dunkel. Zeitweise fast vergessen, dann Begräbnis- und Totenkirche. Manchmal kommt das Hochwasser über die Wiese – von der nahe gelegenen Nagold. Dann muss wieder restauriert und instand gesetzt werden.

Und doch ist sie für mich ein österlicher Hoffnungsort: Ja, die Kirche trägt die Spuren ihrer 1100 Jahre im Gemäuer, die Gemälde und Übertünchungen, die Restaurierungen, den einen oder anderen kleinen An- oder Umbau. Aber von Beginn an wird hier das Osterevangelium gelesen und verkündet. An der Wand ist ein Bild des Auferstandenen gemalt.

Inmitten der Sorgen, inmitten des Auf und Ab, inmitten der Kriegs-, Umbruchs- und Hungerzeiten, inmitten aller Veränderungen in Gesellschaft und Kirche: Dies Kirchlein verwies und verweist auf den, der bei uns sein will – alle Tage bis an der Welt Ende. Es verweist auf Jesus Christus, den die Menschen verworfen und abgetan hatten. Auf den, der die Selbstverständlichkeiten von Hass und Tod, Schuld und Vergeltung durchbricht. Der zum Horizont des Lebens wurde. In der Verkündigung des Evangeliums in dieser Kirche wird dieser Horizont immer wieder geöffnet. Und das Osterlicht entzündet.

Weltweit hören wir von den Krankheits- und Leidensgeschichten in der Pandemie. Von Abschieden. Von persönlicher und wirtschaftlicher Not. Von verbauten Perspektiven. Von den Lähmungen in einer Gesellschaft, in der die früheren Gewissheiten verschwunden sind. Auch von Ärger und Wut, die sich entladen, von Rücksichtslosigkeit und Anmaßungen. Wie Mehltau hat sich manches auf uns gelegt.

Der Stein ist weggerollt, das Licht leuchtet

Da hören wir an Ostern in unseren Kirchen, ob digital oder analog, wieder den alten Ruf: Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Und dieser Ruf hat etwas mit uns zu tun, mit unseren Lähmungen und Frustrationen, unserem begrenzten Horizont und dem geringen Zutrauen darauf, dass Gott mit auf unserem Weg durch die Zeit ist. Mit unserem Mangel an Liebe und neuer Hoffnung. Mit unserer Last an Vergeblichkeit und Schuld.

Landesbischof Frank Otfried July in der Candiduskirche. Foto: Werner KuhnleLandesbischof Frank Otfried July in der Candiduskirche. Foto: Werner Kuhnle

Die Osterkerze zieht unseren Blick weg von uns selbst auf das Osterlicht. Als Symbol für das Licht Gottes, das sich immer wieder über das Dunkel erhebt und die Nacht durchbricht. Das das Dunkle in und um uns in eine lichte Perspektive stellt. Deshalb kann uns Ostern 2021 aus Blickverengung und Selbstbezogenheit führen.

„Siehe, ich mache alles neu!“ Kein Werbeprospekt im Hochglanzformat. Kein Verdrängen des Alltagslebens und der Alltagssorgen, sondern der Stein vor dem Grab ist weggerollt, das Licht leuchtet.

Nichts und niemand bringt die Osterhoffnung zum Schweigen. Sie spricht in mein Leben. Mir werden Lasten abgenommen und eine neue Aussicht geschenkt. So, dass ich weitergehen kann – und zwar aufrecht! So, dass ich loben und leben kann, selbst mit Tränen in den Augen. So, dass ich in das weite Land österlicher Hoffnung und österlichen Neubeginns schauen kann. Ob in Kentheim oder an anderen Orten.

Er ist wahrhaftig auferstanden.

Halleluja!

Dr. h. c. Frank Otfried July Landesbischof


Osterspaziergang im TV

Der Landesbischof ist auch im Fernsehen zu sehen. „Auferstanden – Ein Osterspaziergang mit Landesbischof Frank Otfried July“ wird gezeigt auf:

Regio-TV: Ostersonntag, 4. April: 9.30, 19.30 und 22 Uhr; Ostermontag, 5. April: 9.30, 11, 19, 21 und 23 Uhr sowie in der Mediathek (www.regio-tv.de);

Bibel TV: Ostersonntag, 4. April: 13.05 Uhr; Ostermontag, 5. April: 20 Uhr sowie in der Mediathek (www.bibeltv.de).

Außerdem steht die Sendung ab Ostersonntag auf der landeskirchlichen Seite www.elk-wue.de und auf www.evangelisch.de zur Verfügung.