Christliche Themen für jede Altersgruppe

Jeden Tag ein Lob - Christa Bauer bringt nicht nur das Evangelische Gemeindeblatt vorbei

SULZBACH-LAUFEN (Dekanat Backnang) – Christa Bauer ist den Menschen und der Kirche verbunden: Seit über 40 Jahren trägt sie in ihrer Heimatgemeinde Sulzbach-Laufen das Evangelische Gemeindeblatt aus – und kümmert sich dabei rührend um ältere Abonnenten.

Schokoladenkuchen. Foto: Silviarita, pixabaySchokoladenkuchen. Foto: Silviarita, pixabay

„Ich kenne es nicht anders, ich bin so erzogen worden, dass man einander hilft und von sich etwas hergibt“, sagt Christa Bauer, die offen und aufgeschlossen wirkt. Schon als Zwölfjährige hat sie am Heerberg in Laufen, wo sie auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen ist und jetzt ihr eigenes Haus bewohnt, die evangelische Wochenzeitschrift ausgetragen. „Das ist von meiner Cousine auf mich übergegangen“, erzählt sie.

Kein Wunder also, dass man sie und dass sie die Leute kennt – und zwar nicht nur die Alteingesessenen, sondern auch die Zugezogenen aus der Neubausiedlung, an deren Rand sie wohnt. Vor ein paar Jahren hat sie hier ein Straßenfest initiiert. „Es ist einfach gut, wenn man weiß, wer um einen herum wohnt“, sagt sie.

Salzkuchen für jeden

Ihr Vorbild dafür, dass sie sich den Menschen zuwendet, war in erster Linie ihre Großmutter. „Einer älteren Dame in Laufen hat sie regelmäßig im Herbst Kirbekuchen vorbeigebracht. Sie sagte immer: ‚Die älteren Leute, die allein sind, muss man besuchen.‘ Das haben meine Eltern ebenfalls gemacht“, erinnert sie sich. In ihrer Familie herrschte ein Gemeinschaftsgefühl. Man teilte gern mit anderen, auch wenn man nicht reich war. „Wenn Backtag war, gab es Salzkuchen für jeden, der vorbei kam, auch für die Männer von der Müllabfuhr“, sagt die 52-Jährige.

So ist es für sie selbstverständlich, bei manch alten Gemeindeblatt-Lesern, die ihr Abo noch viertel- oder halbjährig bar zahlen, von vornherein eine längeren Besuch einzuplanen. Oft hat sie eine Kleinigkeit dabei, etwa einen selbst gebackenen Kuchen. Aber vor allem bringt sie gute Stimmung und Aufmerksamkeit mit.

Christa Bauer trägt das Gemeindeblatt schon seit Jahrzehnten aus ‒ und hat große Freude an der Begegnung mit den Lesern. Foto: Sigrid BauerChrista Bauer trägt das Gemeindeblatt schon seit Jahrzehnten aus ‒ und hat große Freude an der Begegnung mit den Lesern. Foto: Sigrid Bauer

„Ich lache viel, bin eine Frohnatur und denke positiv. Eine Frau mit Parkinson, die ich öfter besuche, sagt manchmal: ‚Jetzt hast du mir wieder Mut zugesprochen.‘ Das ist doch schön“, sagt sie und strahlt.

Zum Erzählen gibt es immer etwas. Die Leute fragen sie nach ihrer Familie und was im Ort los ist. „Manche kommen ja kaum noch raus“, sagt Christa Bauer.

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Einer Frau bringt sie regelmäßig Kartoffeln mit oder erledigt einen Einkauf. Auch wenn es im Haus eine Kleinigkeit zu richten gibt, macht sie das gerne, sagt sie. Als gelernte technische Zeichnerin bringt sie handwerkliches Geschick mit. Im Sommer pflückt sie Träuble im Garten oder setzt Pflanzen. Oder sie übernimmt auf dem Friedhof das Gießen. „Da gehe ich doch sowieso regelmäßig hin, so etwas ist keine Belastung für mich“, stellt sie energisch fest. Und wenn sie bei der Lösung eines Problems behilflich sein kann, freut sie das. Daraus tankt sie Kraft und Energie. „Die Leute sagen: ‚Die Christa hat immer eine gute Idee‘“, erzählt sie und lacht.

Mit 21 Jahren hat sie angefangen, nicht nur selber ihre Zeitschriften an die Leser auszutragen, sondern auch die anderen fünf, sechs Austräger im Bereich Sulzbach-Laufen mit ihrem Wochenblatt-Päckchen zu beliefern. Von da an war sie für die Agentur zuständig. Stolz ist sie darauf, dass sie noch nie vom Verlag eine Vertretung gebraucht hat. Bislang hat sie das immer selbst organisieren können. Meist hat dann ihre Tochter die Arbeit übernommen.

Neben dem eigenen Garten ist Christa Bauer für den ihrer Mutter und den Pfarrgarten zuständig. „Ich baue an und der Pfarrer erntet, aber das ist gut so“, sagt sie.

Seit Kindheitstagen ist sie der Kirche verbunden, hat sich in der Kinderkirche engagiert, war später Mitglied im Kirchengemeinderat und ist seit vielen Jahren stellvertretende Mesnerin. „Ich bin eine Schafferin, ich brauche das“, so beschreibt sich die voll berufstätige, früher alleinerziehende Mutter. Weil aber auch sie Grenzen der Belastung hat, war sie kürzlich auf einer Reha. Von dort hat sie eine Anregung mitgenommen: „Jeden Tag jemanden ein Lob aussprechen. Daran denke ich immer wieder – und mache nur gute Erfahrungen.“ □