Christliche Themen für jede Altersgruppe

Jeder Sonntag ein Fest - Nicht nur zu Ostern - Glaubenskurs (Teil 7)

Nicht nur an Ostern, sondern an jedem Sonntag erinnern Christen an die Auferstehung Jesu. Und feiern so jede Woche ein kleines Osterfest. Dass der Tag dem Herrn gehört, zeigt sich am Namen des Sonntags in anderen Sprachen.

Von Franziska Stocker-Schwarz

Frühling im Gebirge. Foto: daniel stricker/ pixelioFrühling im Gebirge. Foto: daniel stricker/ pixelio

Die ersten Christen waren sich darin einig, dass der Sonntag der wichtigste, der erste Tag der Woche sein sollte. So kamen sie an diesem Tag in ihren Häusern zusammen, um miteinander Gottesdienst zu halten. (Apostelgeschichte 20,7; 1. Korinther 16,2)

Leider gab es dann lange Jahrhunderte Auseinandersetzungen darüber, wann das Osterfest zu feiern sei. Sollte es zeitgleich mit dem jüdischen Passahfest gefeiert werden oder eben am Sonntag danach? Zusätzlich wurde die Terminfindung noch durch die Einführung eines neuen Kalenders erschwert. Denn diese Kalenderumstellung wurde nur in den westlichen Kirchen vollzogen. Daher feiert die Christenheit Ostern rund um den Globus an verschiedenen Daten. Aber der Sonntag als Spitzentag der Woche ist für alle Christen gesetzt.

Die Osterbräuche sind uralt. In vielen Kirchen beginnt die Osterwoche fröhlich mit dem Einzug des Palmesels. Kleine grüne Sträuße werden mit in den Kirchenraum gebracht und nach dem Gottesdienst zu Hause aufgestellt. Die biblischen Traditionen sind eindeutig. Der Einzug Jesu nach Jerusalem auf einem Esel zeigt damals wie heute deutlich, dass Jesus der Christus, ein besonderer König, sein will. Sein Königreich wird nicht mit Macht und Pracht geführt werden. Denn der Esel ist das königliche Reittier des rechtmäßigen Königs (1. Könige 1,38). Daher wird der Dienst und die Erniedrigung Jesu gerade durch dieses Tier augenfällig. Die frühe christliche Gemeinde besang diesen Weg Jesu Christi in die Tiefe in einem Hymnus, der im Philipperbrief überliefert ist (Philipper 2,6-11).

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen

Das Osterfest wurde im evangelischen Raum traditionellerweise sonntags begangen. Aber in den vergangenen Jahrzehnten wurden auch in den evangelischen Kirchen wieder Osternachtsfeiern und Osterfeuer am Samstag beliebt, welche in der Alten Kirche zentrale Bedeutung hatten.

Schon der Apostel Paulus hält es schriftlich fest, was der Kern des christlichen Glaubens ist: „Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferweckt worden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen“ (1. Korinther 15,3-5).

Dieses Geschehen sprengt alle menschlichen Maßstäbe und Vorstellungen. Die innere Kraft des christlichen Glaubens ist so stark, dass sie alle äußeren Ketten zerreißen kann. Daher ist das Ei ein passendes Symbol für das österliche Geschehen. Im Verborgenen entwickelt sich das neue Leben und zerbricht schließlich die Schale des alten. Schon früh begann der Brauch des Ostereis. Bei Worms wurden zwei mit Tupfen und Streifen bemalte Gänseeier aus dem vierten Jahrhundert nach Christus gefunden.

Das Leben siegt über den Tod

An Ostern wollen wir feiern. Denn das Leben siegt über den Tod: „Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben ‘rungen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen.“ So dichtete Martin Luther (Evangelisches Gesangbuch 101,4). Jeder Sonntag kann den Glanz des Ostermorgens widerspiegeln. Es ist der Tag des Herrn (Offenbarung 1,10). Der Sonntag soll Gott gehören. Man hört es in vielen Sprachen: Sonntag heißt auf Spanisch „domingo“, auf Italienisch „domenica“. Das ist vom Lateinischen „dominus“, Herr, abgeleitet. Im deutschen Wort Sonntag strahlt der Sonnenschein des Ostermorgens.

 

Zum Weiterdenken

Fragen zur Vertiefung zum Abschluss der siebenwöchigen Passionszeit:
■ Was gehört für Sie auf jeden Fall zum Osterfest dazu und was zum Sonntag?
■ Die Farbe Weiß steht für den Sonntag. Welche Eigenschaften verbinden Sie mit dieser Farbe?

Meinungsumfrage

Wollen Sie die Sommer- oder die Winterzeit behalten, wenn es keine Zeitumstellung mehr gibt?

Ergebnis anzeigen