Christliche Themen für jede Altersgruppe

Jesus öffnet Ohren und Herzen - Impuls zur Predigt

Markus 8,31-38 (in Auszügen) Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben behalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s behalten.

 

Jesus öffnet Ohren und Herzen

Impuls für den Sonntag Estomihi: Markus 8,31-38.

Von Tobias Weimer

Tobias Weimer ist Pfarrer an der Matthäuskirche in Backnang. Foto: Jochen Lachenmaier

Es wird ernst. Jesus kündigt an, was kommen wird. Leid und Tod für den Menschensohn. Sein Leid. Sein Tod. Petrus fungiert mal wieder als Sprecher derjenigen, die Jesus begleiten. „Du bist der Christus!“, das hat er kurz zuvor erst gesagt (Markus 8,29). Wie soll er, wie sollen die anderen da verstehen können, dass der Retter leiden, sogar sterben soll? Er soll doch retten! Petrus widerspricht Jesus und der antwortet dem Volk samt seinen Jüngern. Dabei bringt er auf den Punkt, worum es beim christlichen Glauben geht: Vertrauen. Nachfolge.

Tobias Weimer ist Pfarrer an der Matthäuskirche in Backnang. Foto: Jochen LachenmaierWer sein Leben an Jesus, am Evangelium ausrichtet, wer ihm nachfolgt, gewinnt einen anderen Zugang zum Leben. Wichtiges wird nichtig. Nichtiges wird wichtig. Jesus lebt das vor. Er orientiert sich nicht an der Erwartungshaltung, wie „man“ sein Leben so lebt. Er setzt neue Maßstäbe und stellt soziale Konventionen infrage. Kinder ruft er zu sich, macht sie wichtig. Denjenigen, die gesündigt haben, wendet er sich zu. Und nebenbei weist er andere darauf hin, dass sich niemand etwas einbilden muss. Niemand ist ohne Sünde.

Oder die Begegnung mit Zachäus, dem Zöllner, der auf einen Baum steigt, um Jesus sehen zu können. Jesus lädt sich zu ihm zum Essen ein und Zachäus gewinnt diesen anderen Zugang zum Leben. Er will andere nicht mehr ausnehmen und wieder gut machen, was er getan hat. Jesus löst bei ihm die Fixierung auf sich selbst. Zachäus nimmt die Menschen um sich herum auf einmal anders wahr. Sieht sie mit Jesu Augen, als Gottes geliebte Menschen. Was für ein Gewinn! Das weitet das eigene Leben.

„Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist“, sagt Jesus bei der Begegnung mit Zachäus (Lukas 19,10). Leben geht verloren, wenn die Mitmenschen aus dem Blick geraten, wenn Gott aus dem Blick gerät. Dieses „selig zu machen, was verloren ist“ hat konkrete Auswirkungen auf das Leben jetzt, nicht nur für Gottes Ewigkeit.

Selig machen, was verloren ist

Im Markusevangelium gehören diese Verse zur ersten Ankündigung der Leidenszeit Jesu, der Passion. Auch bei uns öffnen sie den Blick für die Passionszeit, die jetzt kommenden Tage von Aschermittwoch bis Ostern. Sie dienen dem Mitgehen des Passionswegs, der Umkehr, der Suche nach Gott im eigenen Leben. Mit seinen drastischen Worten lässt Jesus kaum einen Spielraum. Zu denen, die sie hören, lädt sich Jesus ein. Wie zu Zachäus. Wie bei ihm will er Ohren und Herz für seine Worte öffnen. Ich höre seine Worte so: „Du bist mein geliebtes Kind. So wie all die Menschen um dich auch. Kannst du die anderen und dich selbst so sehen? Wie kann ich dir helfen?“

Das rührt mich an und stellt meine Verhaltensmuster infrage. Als ob ich einen Teil meines bisherigen Lebens verliere. Aber unsere Verse geben das Wesentliche schon mit, den Gewinn des Lebens. Jetzt und darüber hinaus. Denn das große Versprechen Gottes steht: Jesus, der Menschensohn, wird leiden und sterben. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen – „Jesus lebt, mit ihm auch ich“ (EG 115,1).

Kerze. Licht. Spiegelung. Foto: pixabay/Rajesh BalouriaFoto: pixabay/Rajesh Balouria

Gebet

Ewiger Gott, lass uns dich und uns selbst in der kommenden Passionszeit erkennen.

„Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht“ (Psalm 36,10).

Amen.