Christliche Themen für jede Altersgruppe

Jesus und sein Schwert - Impuls zur Predigt

Prediger 12,1 Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre nahen, da du wirst sagen: „Sie gefallen mir nicht“.

Jesus und sein Schwert

Impuls für den 21. Sonntag nach Trinitatis: Matthäus 10,34-39.

Von Harry Waßmann

Harry Waßmann war Pfarrer in Tübingen und arbeitet für die Kirche im SWR.

 

Eben noch ruft Jesus: „Selig, die Frieden stiften, sie werden Gottes Kinder heißen!“ (Matthäus 6,5). Nun heißt es aus seinem Mund: „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert!“ Später wiederum, bei seiner Gefangennahme, sagt Jesus zum Gewalttäter: „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen“ (Matthäus 26,52). Eine Spannung bis zum Zerreißen tut sich im Evangelium auf. Wie kommt es dazu? Christen leben in unseren Breiten heute nicht wie die Christen zur Zeit des Matthäusevangeliums unter dem Verdacht, einen Krieg gegen die Supermacht Nr. 1 unterstützt zu haben. Auch müssen sie nicht mit dem Vorwurf leben, die Metropole Rom angezündet zu haben. Für das Matthäusevangelium gab es da dringenden Klärungsbedarf. Und so sind die Spannungen in der Überlieferung deutliche Reaktionen auf diese Herausforderungen. Die unmissverständliche Botschaft des Matthäusevangeliums lautet: Waffengewalt soll und kann und darf nicht sinnlos Leben zerstören. Erst recht nicht im religiösen Eifer. Das gilt für Christen bis heute so.

Pfarrer Harry Waßmann, Tübingen. Foto: PrivatJesu Schwert trennt ohne Waffengewalt. Es bekommt einen eigenen Horizont im menschlichen Miteinander. In der Familie, zwischen Eltern und Kindern und „Hausgenossen“ kann es trennen, entzweien. Da kann das Mitgehen mit Jesus – ein Leben in seinen Spuren – wie ein Schwert von denen trennen, die da nicht mitziehen. Das ist oft bitter und schmerzt und ist ein Kreuz für jeden, dem das widerfährt. Es ist fahrlässig, das mit Verweis auf Jesu Wort einfach schulterzuckend hinzunehmen. Noch schlimmer ist es, ein solches Entzweien geradezu als erstrebenswert anzusehen. Doch es kann dazu kommen. Das ist schmerzhaft. Das ist ein Kreuz. Das Kreuz, das jede und jeder dann zu tragen hat.

Nicht jeder Familienkrach ist hier gemeint, der bekanntlich aus so gut wie jeder Lappalie erwachsen und bis zur bitteren Trennung eskalieren kann. Hier im Schwertwort Jesu geht es um Grundpfeiler der Existenz, beispielsweise um Besitz, so wie in der Geschichte vom reichen Jüngling. Da erfahren wir, wie dieses Entwederoder Menschen auch in sich selber entzweien kann.

Jesu Schwert trennt ohne Waffengewalt

Der Jüngling wollte doch so gerne mit Jesus ziehen, aber er vermochte sich nicht von seinem Reichtum zu trennen. Ein weiterer Grundpfeiler: Wenn Fremde in der Familie abgewiesen werden. Auch hier kann die Nachfolge Jesu das familiäre Miteinander entzweien. Da trennen sich Lebenswege, weil Jesu Weg hier ein Entweder-oder kennt.

Gibt es Trost in Trennung und Entzweiung? Jesus sagt: „Wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.“ Eine überraschende Verlust- und Gewinnrechnung ist das. Ein Leben – bestimmt von den Glücksversprechen dieser Weltordnungen wie Reichtum oder nationaler Selbstverliebtheit – das geht den Bach runter. Dafür winkt ein Leben im Einklang mit Gottes Schöpferwillen. Das wahre Leben. Ein Leben ausgerichtet auf das Reich Gottes. Ein Leben in Christus, der von sich sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“

Friede. Foto: S. Hermann und F. Richter, pixabayFriede. Foto: S. Hermann und F. Richter, pixabay

Gebet

Gott des Friedens, Jesus Christus ist das Licht der Welt.

Wir bitten dich für alle, die sich auf seinen Wegen für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, gegen Terror und für die Bewahrung der Schöpfung.

Sei du unser aller Trost und Heil!

Amen.

 

Harry Waßmann war Pfarrer in Tübingen und arbeitet für die Kirche im SWR.