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Jochen Kleppers letzte Stunden - missingfilms.de

Der christliche Schriftsteller Jochen Klepper nahm sich mit seiner Familie am 11. Dezember 1942 das Leben. Seiner jüdischen Frau und seiner Tochter drohte die Deportation ins Konzentrations-lager. Der Kinofilm „Schattenstunde“ schildert den letzten Tag der Familie. Regisseur Benjamin Martins taucht ein in die Gedankenwelt von Klepper, in seine Ängste und seinen Gottesglauben.

Schattenbild. Foto: Slightly_different, pixabaySchattenbild. Foto: Slightly_different, pixabay

Gefasst hört Jochen Klepper, was Adolf Eichmann ihm sagt. Der Christ und Schriftsteller sitzt im Büro des Mannes, der im nationalsozialistischen Deutschland die Verfolgung und Deportation von Millionen Juden organisiert. Eichmann stellt ihn vor die Wahl zwischen Beruf und Familie. Er solle sich von seiner jüdischen Ehefrau trennen, seine Tochter verstoßen. Zu retten seien sie ohnehin nicht.

So beginnt der Film „Schattenstunde“. Klepper kehrt zurück zu seiner Familie. Fortan wird die Kamera die enge Wohnstube nur noch selten verlassen. Draußen gibt es keine Hoffnung mehr, vor dem Fenster herrscht undurchdringliche Schwärze. Der Film ist im quadratischen Format 1:1 gedreht, was den Blick der Zuschauer einengt. Die Wände schieben sich immer mehr an die Familie heran. Regisseur Benjamin Martins und sein Kameramann Malte Papenfuss finden starke Bilder für die Bedrängnis und Isolation der drei Menschen.

Effektvolles Kammerspiel

Der 1903 geborene Jochen Klepper wurde mit seinen Romanen, christlichen Liedern und journalistischen Texten bekannt. „Schattenstunde“ begleitet ihn, seine Frau und seine Tochter in ihren letzten Stunden am 10. und 11. Dezember 1942.

Regisseur Martins hat sich jahrelang mit Jochen Klepper beschäftigt. Der Schriftsteller notierte seine Gedanken in Tagebüchern, diese Eintragungen liegen den Dialogen des Films zugrunde. Martins hat den Film kammerspielartig komponiert und setzt immer wieder Elemente des Fantastischen ein.

Das beginnt im Büro von Adolf Eichmann. Hinter ihm hängen plappernde Klepper-Marionetten. Zuhause öffnet sich die Wohnungstür und gibt den Blick frei auf einen Waggon, mit dem Juden abtransportiert werden. Kleppers Zweifel und Ängste nehmen Gestalt an in der furchterregenden Figur des Schattens. Der Schriftsteller entrinnt ihm: „Ich weiß nur die eine Antwort: Dass Jesus Christus unser Erlöser ist. Mein Kampf ist ausgefochten mit den Menschen und mit dir. Hier hat das Hadern ein Ende. Du hast keine Macht mehr über mich.“

Schattenstunde. missingfilms. PressefotoSchattenstunde. missingfilms. PressefotoMarionetten kommentieren das Gespräch zwischen Adolf Eichmann und Jochen Klepper. Christoph Kaiser spielt den Schriftsteller. Fotos: Pressebilder/ missingfilms

Beeindruckend ist das Vertrauen auf Gott, der Glaube an ein Leben nach dem Tod, die Klepper und seiner Familie Halt geben. „Schattenstunde“ ist auch ein Glaubenszeugnis. Nach der Kinoauswertung soll der Film in Schulen, Vereinen und kirchlichen Gruppen gezeigt werden.

Der letzte Tagebucheintrag von Jochen Klepper lautet: „Nachmittags die Verhandlung auf dem Sicherheitsdienst. Wir sterben nun. Ach, auch das steht bei Gott. Wir gehen heute nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.“ Weiter kann die Kamera ihm nicht folgen. □

◼Wo der Film läuft, steht auf www.missingfilms.de. Dort das Suchwort Schattenstunde eingeben und dann auf „Jetzt im Kino“ klicken.

„Unter dem Schatten deiner Flügel“ heißt das Buch mit Jochen Kleppers Tagebucheinträgen von 1932 bis 1942. Es ist in mehreren Auflagen erschienen und antiquarisch erhältlich.