Christliche Themen für jede Altersgruppe

Josef und das Ehrenamt

LEUTKIRCH (Dekanat Ravensburg) – Um Demokratie und Beteiligung am gesellschaftlichen Leben geht es bei einer Tagung des Bündnisses „Wir sind dran“ am 6. Februar. Im Blick liegt dabei vor allem der ländliche Raum. Der Termin könnte im Jahr von Kommunal- und Europawahl sowie der Kirchenwahlen in Württemberg nicht günstiger gewählt sein.


Die Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Schule bei einer Spielszene zum Thema Demokratie auf dem Gänsbühl. (Foto: Barbara Waldvogel)

 

Die Tagung wird auch vom Evangelischen Bildungswerk Oberschwaben (EBO) und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) veranstaltet. „Kirche ist Teil des Gemeinwesens. Und als solche steht sie auch für Demokratie ein“, sagt KDA-Wirtschafts- und Sozialpfarrer Pfarrer Albrecht Knoch. Er erklärt, die Tagung wolle zwar einerseits zum Ehrenamt ermutigen, andererseits aber auch klar machen, dass damit keine jahrelange Zwangsehe verbunden sein müsse. Er hofft auf den Besuch von möglichst vielen Interessierten aus den Kirchengemeinden Oberschwabens.

 

 

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Spannend dürfte gerade für Kirchenmitarbeiter der letzte Programmpunkt am Nachmittag sein: „Noch sieben fette Jahre, in denen sich Menschen beteiligen – und dann kommt die große Dürre auf dem Markt der Ehrenamtlichen? Was wir von der biblischen Figur des Josef für Beteiligung lernen können.“

Bei der Vorstellung des Programms in der Geschwister-Scholl-Schule in Leutkirch berichteten Schülerinnen  von ihren positiven Erfahrungen mit einem Theaterprojekt an der Schule. Abiturienten und Jugendliche des Berufeinsteigerjahrs BEJ hatten sich bei einem dreitägigen Workshop im Herbst intensiv mit verschiedenen Formen des Zusammenlebens und Mitwirkens in einer demokratischen Gesellschaft auseinandergesetzt. Gelernt haben die Jugendlichen dabei aber nicht nur, sich aus unterschiedlichen Perspektiven Gedanken über ihre Zukunft zu machen und in Rollen zu schlüpfen, sondern auch kreativ mit Schülern unterschiedlicher Vorbildung zusammenzuarbeiten. „Sie haben selbst einen demokratischen Prozess durchgemacht“, sagte Karin Dobler und liefert damit auch eine Erklärung dafür, warum das Projekt vom Bundesprogramm „Demokratie leben“ gefördert wurde.

Die Tagung wird von Hannes Wezel von der Stabsstelle für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung mit dem Kurzvortrag „Demokratie braucht Bürgerbeteiligung“ eröffnet. In der anschließenden Diskussionsrunde gehen Vertreter aus Kommune, Wirtschaft, Gewerkschaft und Berufsbildung auf die Fragen der jungen Menschen ein. Am Nachmittag geht es in Workshops dann ganz praktisch zu.

So stellen die Referenten Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogramme sowie verschiedene Beteiligungsformen für alle Generationen und Gesellschaftsformen vor. Dazu gehört auch eine Freiwilligen-App, mit der es möglich ist, über das Smartphone schnell Zugang zu sozialen Projekten zu bekommen und sich kurzfristig zu melden.

„Ich hab gerade eine Stunde Zeit, was kann ich fürs Dorf tun?“ – besser kann man den Titel der Tagung nicht unterstreichen: „Die Gesellschaft ist im Wandel, die Beteiligungsformen sind es auch.“


Information

Anmeldung unter Telefon 07371-9347495 oder im Internet unter www.kpunktland-drs.de; Tagungsbeitrag inklusive Vollverpflegung (Begrüßungskaffee, Mittagessen und Kaffee): 50 Euro. Veranstaltet wird die Tagung vom Evangelischen Bildungswerk Oberschwaben, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, K-Punkt Ländliche Entwicklung ?im Kloster Heiligkreuztal, Verband Katholisches Landvolk, Leader-Aktionsgruppe Oberschwaben, Leader-Regionalentwicklung Mittleres Oberschwaben, Württembergisches Allgäu, Mittlere Alb.