Christliche Themen für jede Altersgruppe

Klänge der Hoffnung - Doppeljubiläum in Dietersweiler

DIETERSWEILER (Dekanat Freudenstadt) – Eine große, fröhliche Festgemeinde konnte in Dietersweiler gleich ein Doppeljubiläum feiern: Seit 110 Jahren besteht der CVJM Dietersweiler und seit 100 Jahren gibt es in Dietersweiler auch einen Posaunenchor.

Er ist ein fester Bestandteil des Dorflebens in Dietersweiler geblieben.Foto: Waltraud GüntherEr ist ein fester Bestandteil des Dorflebens in Dietersweiler geblieben.Foto: Waltraud Günther

Im Jahr 1912 gründete Pfarrer Wilhelm Duisberg im Ort einen Jünglingsverein, dessen 25 Mitglieder sich dem Stuttgarter Jungmännerbund anschlossen. Trotz schwierigem Start – 1914 wurden fast alle Mitglieder zum Militärdienst eingezogen – entwickelte sich der CVJM stetig weiter.

1921 kam die Faustball- und Turnabteilung hinzu, 1922 der Posaunenchor. Wie Klaus Dölker, seit 1969 Chronist des CVJM, berichtet, war die Gründung des Posaunenchors nicht einfach, schon die Beschaffung der Instrumente war ein großes Problem. Lediglich Schuhmacher Sieber besaß ein Flügelhorn. In der Chronik ist dazu vermerkt: „Anfang März hatten wir fünf Instrumente beisammen.“

Geprobt wurde fortan in Siebers „Stüble“. Offenbar mit Erfolg, denn bereits nach wenigen Wochen spielten die sechs Männer erstmals öffentlich bei der Beerdigung von Siebers Töchterlein. Viele weitere, fröhlichere Auftritte folgten: Erstmals wurde am 31. Dezember 1923 mit dem Silvesterblasen das neue Jahr begrüßt, im gleichen Jahr spielte der Chor zum ersten Mal im Krankenhaus. Ein Bläserdienst, der bis heute fortbesteht.

Der Chor zeigte auch damals schon Ausdauer. So ist in der Chronik über den ersten Vereinsausflug 1924 zu lesen: Mit „Marschmusik“ marschierten die Bläser zum Freudenstädter Bahnhof, mit dem Zug ging es weiter bis Baiersbronn. Nach einem Nachtmarsch erreichte die große Gruppe die Hornisgrinde, eine große Leistung.

Der CVJM- Posaunenchor beim Vereinsausflug 1924. Foto: Waltraud GüntherDer CVJM- Posaunenchor beim Vereinsausflug 1924. Foto: Waltraud Günther

In Dietersweiler sind Auftritte des Posaunenchors ein fester Bestandteil des dörflichen Lebens: Bei der Waldweihnacht, an Heiligabend und vor allem bei Gottesdiensten dürfen die Bläser nicht fehlen.

Zwischen 1935 und 1945 weist die Vereinschronik eine Lücke auf. Zwar war der Posaunenchor das letzte Glied des CVJM, das seine Aktivitäten einstellen musste, aber die geforderten Auftritte bei Parteiveranstaltungen, bei denen vaterländische Lieder zum Besten gegeben werden mussten, waren nicht im Sinne der Bläser. Erst 1945 war wieder eine regelmäßige Bläserarbeit möglich, der Posaunenchor entwickelte sich stetig. Bis heute unvergessen sind die großen Konzertreisen, unter anderem auch in die USA.

Tägliche Choräle im Lockdown

An solche Dinge war während der Corona-Zeit natürlich nicht zu denken. Da zeigten die Mitglieder des Posaunenchors, dass sie für die Menschen zu Hause auch in schweren Zeiten da sind. So spielten sie während des gesamten Lockdowns täglich, bis heute noch jeden Sonntagabend, Choräle über das Dorf. Klänge der Hoffnung, die den Menschen Mut machen sollen.

Auch sonst sind die 18 Aktiven, deren Altersspanne von zwölf bis 74 Jahre reicht, bei vielen Anlässen dabei; seit zwei Jahrzehnten unter Leitung von Matthias Böhringer.

Aber auch der zehn Jahre „ältere“ CVJM Dietersweiler ist im Ort unverzichtbar. Vorsitzende Thekla Wolf, Vize Valentin Huber und Schatzmeisterin Bettina Bauer freuen sich über ein motiviertes und aktives Team von zwölf Jungscharleitern, die vier Jungschar-, eine Traineegruppe und viele Sonderaktionen betreuen. Zahlreiche Gruppenstunden und Aktivitäten finden rund um die vereinseigene „Plätzle-Hütte“ im Eppeneck statt.

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