Christliche Themen für jede Altersgruppe

Kontakt auf vielen Kanälen

WEINSBERG – Jungschar, Jugendgottesdienst, Sommerfreizeit: Die Jugendarbeit im Kirchenbezirk Weinsberg ist vielfältig. Wegen Corona durfte nichts mehr stattfinden. Doch das Evangelische Jugendwerk und Kirchengemeinden haben sich Alternativangebote überlegt. 


Jesus House:Jugendreferent Zsolt Boda vom Evangelischen Jugendwerk Weinsberg trifft sich regelmäßig online mit Jugendlichen. (Foto: privat)



Zsolt Boda ist Jugendreferent beim EJW, dem Evangelischen Jugendwerk. Die Jugendlichen in einer Zeit voller Fragen und vielleicht auch Ängste einfach alleinlassen? Das kam für Boda und seine Kollegen nicht in Frage. „Drei Dinge waren mir dabei besonders wichtig: eine gewisse Onlinepräsenz, Interaktivität und kurze geistliche Impulse, am besten alle vereint“, erläutert er.

Das wurde in unterschiedlichen ­Formaten umgesetzt. Da gibt es für die Jugendgruppe „Shine“, die ihre 14-tägigen Treffen jetzt über ein ­Onlineportal abhält, zusätzlich die 11-Uhr-Lernpausenaktion. „Wir treffen uns online, dann gibt es eine kurze Aktion von Sport bis Stadt-Land-Fluss, einen Bibelvers als Gedanke für den Tag und dann können die Leute ein bisschen erzählen, was sie beschäftigt.“ Maximal eine halbe Stunde, jeden Wochentag. „Sie signalisieren mir, dass es guttut“, freut sich Boda.

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen

Die ganze Woche über gibt es feste Formate. Für das Montagsgebet werden Gebetsanliegen gesammelt, eine Gruppe aus dem Jugendwerk übernimmt dann das Gebet für alle. Jeden Mittwoch startet die „Challenge der Woche“. Da flog dann mittels Videoschnitt auch schon mal ein Papierflugzeug durch die Zimmer aller Beteiligten. Donnerstags werden Ehrenamtliche aus dem Jugendwerk vorgestellt. Freitags lädt der EJW Auslandsreport die Welt ins Unterland ein. Freiwillige, die schon mal für eine gute Sache im Ausland waren, stellen ihre Erfahrungen vor und beschreiben, wo man Zeit für Gott investieren kann. Die Beiträge bekommen 200 bis 250 Klicks, mehr als man offline erreichen würde.

Im EJW gibt es mit dem „WzM“, dem Wort zum Montag, den laut Boda ältesten funktionierenden Jugendgottesdienst in Württemberg. So ein Lauf darf natürlich nicht unterbrochen werden. „Dafür haben wir extra einen neuen Kanal auf Instagram eingerichtet, um das nicht mit den anderen Sachen zu vermischen“, erläutert Boda. Ihm ist klar, dass andere Leute viel professionellere Gottesdienste im Netz anbieten. Deswegen hat das EJW das Church Hopping angefangen. „Wir schauen zusammen Online-Gottesdienste, jede Woche aus einer anderen Kirche, und nehmen uns dann noch etwas Zeit zum Austausch.“

Die größte Aktion fand vom 12. Juni an mit dem Network regional statt. Normalerweise ist das ein dreitägiges Camp am Breitenauer See. „Es gibt Impulse, kleine Aufgaben, und wir suchen uns konkrete Projekte in der Nachbarschaft, die wir unterstützen.“ Dieses Jahr begann das Network mit einem Autokino-­Besuch, der Rest fand dann in ­Kleingruppen statt. „Jesus hat seine Jünger auch immer zu zweit losgeschickt. Wir folgen diesem Prinzip, sich zusammen auf den Weg zu machen, voneinander zu lernen und Gutes zu tun“, erläutert Boda.

Das Ganze läuft über zwei Wochen und endet am letzten Juniwochenende mit einem Online-Austausch. „Das Gute ist, jetzt kann jeder den Gedanken bei sich zu Hause, in seinem Umfeld leben.“
Beliebt sind auch Action­bounds, eine Art digitale Schnitzeljagd. „Es ging uns darum, die christlichen Feiertage in Zeiten von Corona auf anderen Wegen zugänglich zu machen“, sagt Manuela Reis, die ­einen ­Actionbound für die Gesamtkirchengemeinde Obersulm für Pfingsten erstellt hat.
Auch wenn es inzwischen viele Lockerungen gibt – Corona ist längst nicht vorbei. Die drei Jungscharfreizeiten des EJW in Finsterrot sind abgesagt und sollen durch dezen­trale Angebote vor Ort ersetzt werden. Für die beiden Auslands-­Freizeiten auf Korsika und in Italien ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. „Da besteht noch Hoffnung, dass es als geschlossene Gruppe klappt, denn wenn wir stornieren müssen, kostet uns das jeweils um die 15.000 Euro“, begründet Boda den Aufschub. Parallel mache man sich aber auch hierfür Gedanken über ein Alternativprogramm. Eines steht fest: Corona wird die ­Jugendarbeit noch ein ganzes Weilchen beschäftigen.



Meinungsumfrage

Wollen Sie die Sommer- oder die Winterzeit behalten, wenn es keine Zeitumstellung mehr gibt?

Ergebnis anzeigen