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Lange Jahre der Apartheid - Geschichte Südafrikas

Die Geschichte Südafrikas ist eine Geschichte vielfältiger Konflikte: Schwarze und Weiße bekämpften sich, doch auch die europäischen Kolonisten führten Krieg gegeneinander. Und dann war da noch das System der Apartheid, das zur Ächtung des Landes führte.

Rassismus. Schreibmaschine. Foto: Markus Winkler, unsplashFoto: Markus Winkler, unsplash

Südafrika war schon immer ein Einwanderungsland. Ursprünglich lebten braunhäutige Khoisan am Kap der Guten Hoffnung. Später wanderten schwarze Bevölkerungsgruppen aus dem Norden ein. Und noch ein wenig später kamen Weiße aus Europa. Das ist durchaus wichtig, wenn es um die Frage geht, wer hier eigentlich ein ursprüngliches Lebensrecht hat.

Den ersten europäischen Stützpunkt begründete 1652 der Holländer Jan van Riebeeck im Auftrag der Niederländisch-Ostindischen Kompanie. Zunächst ging es um eine Zwischenstation auf dem Weg nach Indien. Doch immer häufiger siedelten hier Holländer und bald auch andere Europäer wie Engländer und Hugenotten.

Als die Ostindische Kompanie 1794 bankrott ging, waren die Briten zur Stelle. Ganz Südafrika wurde eine britische Kronkolonie. Damit jedoch waren die kapholländischen Viehzüchter nicht einverstanden. Sie hießen in ihrer Sprache Boere, auf Deutsch Buren. 1835 zogen sie nach Nordosten und gründeten eigene Republiken.

Ende des Jahrhunderts spitzte sich die Lage zu. Die Briten begannen einen Landstrich nach dem anderen zu annektieren. Die Buren jedoch weigerten sich, ihre Oberherrschaft anzuerkennen. Ein blutiger Konflikt war die Folge, der als Burenkrieg (1899 – 1902) in die Geschichte eingehen sollte.

Krieg der Buren gegen die Briten

Die Engländer siegten, am Ende stand 1909 eine Südafrikanische Union, die die Grundlage für das heutige Südafrika bildete. Sie war erkauft worden mit vielen Zugeständnissen an die konservativen und für eine strenge Rassentrennung eintretenden Buren: der Anfang der späteren Apartheid.

Nach und nach wurden die Rechte der schwarzen Bevölkerung beschnitten. Das Wahlrecht wurde ihnen aberkannt, das Recht auf freie Berufswahl und die Möglichkeit, sich dort niederzulassen, wo Weiße wohnten. Bereits 1944 gründeten deshalb schwarze Widerstandskämpfer den Afrikanischen Nationalkongress (ANC).

Zunächst jedoch verschärfte sich die Lage. 1948 setzte sich die rassistische Nationale Partei bei den Wahlen durch und etablierte die Apartheid endgültig. Die Schwarzen wurden in Homelands abgedrängt, durften Parks und Hotels der Weißen nicht mehr betreten – es sei denn, sie waren dort beschäftigt.

Nelson Mandela, Foto: Jurien Higgins, unsplashNelson Mandela, Foto: Jurien Higgins, unsplash

Denn darum ging es bei der Rassentrennung: Um die Sicherung von Privilegien und von Arbeitskräften, die man zu Niedriglöhnen beschäftigen konnte. „Binnenkolonialismus“ hat man dieses System auch genannt: Obwohl Südafrika schon seit 1931 unabhängig von Großbritannien war, regierte die Oberschicht zu Hause wie eine Kolonialmacht weiter.

Das ging auf Dauer nicht gut: 1976 entlud sich in Soweto der Unmut, als das burische Afrikaans Schulsprache werden sollte. Die Menschen gingen auf die Straße und die Polizei schoss sie nieder. 600 Aufständische starben, ein Viertel von ihnen Kinder und Jugendliche.

Das führte zu einer weltweiten Ächtung Südafrikas. Die UN verhängte Sanktionen und der Reformierte Weltbund schloss die niederländisch-reformierte Kirche Südafrikas aus. Schließlich kam 1989 ein burischer Präsident ins Amt, der nicht nur äußerlich Michail Gorbatschow ganz erstaunlich glich: Frederik Willem de Klerk begann einen Reformprozess, der die Apartheid nach und nach beendete.

1990 begnadigte er den ANC-Kämpfer Nelson Mandela und bereitete mit ihm den Wandel vor, 1993 erhielten beide den Friedensnobelpreis. 1994 schließlich war die weiße Vorherrschaft in Südafrika endgültig vorbei und das Land zurück in der Völkergemeinschaft. □

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