Christliche Themen für jede Altersgruppe

Lucie Panzer meint ... Im Advent soll es nicht dunkel bleiben

Lucie Panzer, Kolumnistin des Evangelischen Gemeindeblatts.    Fotos: privat/Canva

 

Niemand zündet eine Kerze an und stellt sie unter einen Topf. Im Gegenteil: Man stellt die Kerze auf einen Leuchter, dann haben alles was von dem Licht. Das ist einer der bekanntesten Sätze von Jesus. Jetzt beginnt der Advent, die Zeit der Kerzen und Lichter. Und die Meinungen gehen auseinander: Sollte man nicht wegen der Energieknappheit auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichten? Oder wenigstens weniger machen? Im Advent überall Kerzen und Glühbirnen, ob Jesus das gemeint hat?

Wen Jesus im Blick hatte

Ich glaube, Jesus hatte die Menschen im Blick, als er von dem Licht und dem Topf gesprochen hat. Menschen, die auf Gott vertrauen, hat er gemeint, die sich nicht so schnell einschüchtern oder entmutigen lassen. Menschen, die sich an Jesus orientieren und beherzt und mutig für andere da sind. Solche Menschen sind das Licht der Welt. Die können es hell machen für die anderen, die nur noch schwarzsehen. Wo Licht ist, da muss man nicht fatalistisch sagen: „Da kann man sowieso nichts machen …“ Man muss auch nicht resignieren: „Jetzt ist es eh zu spät …“

Mit Tempo 100 auf der Autobahn

Was können Christen tun, um anderen mit ihrem Licht Hoffnung zu machen? Lichter anzünden, gewiss. Mit den Traurigen reden, Schwache stützen, mit den Armen teilen. Aber ehrlich gesagt, das klingt mir ein bisschen allgemein. Mit leuchtet eher die Selbstverpflichtung zum Tempolimit ein, die die Synode der EKD beschlossen hat. Auf Dienstfahrten sollen kirchliche Mitarbeiter nur noch 100 Stundenkilometer auf Autobahnen und 80 auf Landstraßen fahren, wenn sie nicht überhaupt öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Ein Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung soll das sein. Denn der Verkehr ist einer der Hauptverursacher der menschengemachten Klimaerwärmung.

Entschleunigung im Advent

Ich finde, ein Tempolimit könnte so ein Licht sein, das für andere leuchtet und ihnen vielleicht auch einleuchtet: Es entsteht weniger Kohlendioxid, weniger Lärm, weniger Reifenabrieb und die Verkehrssicherheit wird nachweislich erhöht, wenn das Tempo reduziert wird. Ich glaube, wenn man sein Licht nicht unter den Scheffel stellt, dann leuchtet das auch anderen ein. Und ein bisschen Entschleunigung im Advent kann ja nicht schaden.

Das meint Lucie Panzer. Und was meinen Sie?