Christliche Themen für jede Altersgruppe

Lucie Panzer meint ... Keine Panik

Lucie Panzer, Kolumnistin des Evangelischen Gemeindeblatts. Foto: privat/Canva 

Alles wird teurer. Bei meiner Friseurin zahle ich seit September 42 statt 40 Euro. Das sind fünf Prozent mehr. Benzin, Gas, Strom haben sich erheblich stärker verteuert. Im Augenblick liegt die Inflationsrate bei zehn Prozent. Überall höre ich Fragen: Werden wir frieren müssen im Winter? Wird es Blackouts beim Strom geben und alles dunkel und kalt bleiben, wie in Kriegszeiten? Viele machen sich Sorgen und haben Angst, wohl auch, weil manche Politiker, Wirtschaftsfunktionäre und Medien Panik schüren. Warum tun sie das?

Mir ist eine biblische Geschichte aus dem Ägypten der Pharaonenzeit eingefallen. Damals lebte eine große Minderheit als Sklaven im Land. Und der Pharao sinnierte: Wenn sie nun immer mehr werden? Dann werden sie sich womöglich eines Tages gegen uns auflehnen. Also ist es besser, wir lassen jetzt gleich alle ausländischen Jungen töten. Dann können nicht mehr werden. Es gab damals keinen Widerstand gegen diese Maßnahme.

Mir scheint: Wer Panik schürt, will Widerständen vorbeugen. Das gibt mir zu denken. Vernebelt die Panik mein Urteilsvermögen? Bin ich vor lauter Angst eher bereit, Maßnahmen zu akzeptieren?

Nun haben wir keinen Pharao, Deutschland ist eine Demokratie. Da wird diskutiert und verhandelt. Aber leider denkt dabei jeder vor allem an sich. Der eine Ministerpräsident daran, dass er gewählt werden will. Der andere daran, dass in seinem Land die Wutbürger womöglich immer noch mehr werden. Der Finanzminister denkt an seine Wähler unter den Besserverdienenden. Der Kanzler will keine Panik und keinen Streit… So geht nichts voran mit den Maßnahmen. Aber Hilfe ist nötig: nicht mit der Gießkanne, sondern für die Bedürftigen. Und wo an der Krise verdient wird, darf man ruhig Gewinne abschöpfen. Hoffentlich raufen die Verantwortlichen sich bald zusammen und entscheiden, was zu tun ist.

Ich gebe zu, das ist sicher schwierig. Es gibt keine fertigen Konzepte für so eine neuartige Krise. Natürlich muss man da gründlich überlegen, sich beraten, diskutieren. Wahrscheinlich wird man Maßnahmen auch mehrfach korrigieren müssen. Im Moment sehe ich: Auf dem Wasen hat die Maß dieses Jahr 20 Prozent mehr gekostet als beim letzten Mal 2019. Das haben Hunderttausende ohne Panik akzeptiert. Deshalb: don’t panic. Dann kann jeder besonnen überlegen, was nötig ist.

Das meint Lucie Panzer. Und was meinen Sie?