Christliche Themen für jede Altersgruppe

Lucie Panzer meint ... Wir bleiben relevant!

Lucie Panzer, Kolumnistin des Evangelischen Gemeindeblattes. Fotos: privat/Canva

Vor drei Wochen wurden die aktuellen Mitgliederzahlen der Evangelischen Kirche veröffentlicht. Das Ergebnis hat viele erschreckt: 280 000 Menschen sind im vergangenen Jahr in Deutschland aus der Evangelischen Kirche ausgetreten, in Württemberg waren es mehr als 25 000. Die Zahlen der katholischen Kirche liegen noch nicht vor. Da werden es noch mehr sein, vermute ich.

Viele reden deshalb von einer Relevanzkrise der Kirchen, ja von einer Relevanzkrise des Glaubens. Ist der Glaube für die Menschen nicht mehr wichtig? Sind deshalb auch die Kirchen nicht mehr wichtig, die vom Glauben reden und die dafür sorgen, dass der Glaube Konsequenzen hat im sozialen Miteinander? Ich denke an Janne, vier Jahre alt, der Angst hat im Dunkeln. Janne ist nicht getauft. Aber abends, vor dem Schlafengehen beten seine Eltern mit ihm: „Vater lass die Augen dein, über meinem Bette sein!“ Janne sagt, deshalb denkt er, dass Gott auf ihn aufpasst. Und er hat er weniger Angst im Dunkeln. Gott kann ja auch im Dunkeln sehen.

Christen dürfen Angst haben

Ich denke an die junge Frau, die mich gefragt hat: „Darf ich als Christin keine Angst haben? Mir machen der Krieg in Europa, mir macht Corona, mir macht die Klimakrise aber Angst.“ „Mir auch“, habe ich ihr geantwortet. Und ihr erzählt, dass sogar Jesus Angst gehabt hat und das trotzdem „Fürchte dich nicht!“ einer der häufigsten Sätze in der Bibel ist. Aber nicht als Gebot oder gar als Verbot, sich zu fürchten, sondern als Erinnerung. Gott ist auch bei denen, die Angst haben. Er steht ihnen bei mit seinem tröstenden Geist. Und er verbindet Menschen so, dass sie einander trösten und einander beistehen können. Der jungen Frau schien mir später ein bisschen weniger verzagt. Manchmal braucht man jemanden, der Worte weiß, die einem Mut machen und einen stärken.

Rechenschaft ablegen

Aber ich weiß nicht, was ich in solchen Fällen sagen oder tun soll, sagen viele. Ich möchte nichts falsch machen. Ich glaube, aus solcher Sorge nichts tun oder nichts sagen ist das Verkehrteste, was wir Christen machen können. „Seid jederzeit bereit, Rechenschaft abzulegen über die Hoffnung, von der ihr erfüllt seid.“ rät die Bibel. Das, glaube ich, macht uns Christen relevant, gerade heute.

Das meint Lucie Panzer. Und was meinen Sie?