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Männer lieben es „live“ - Männervesper, ein echtes Treffen

SULZ AM ECK (Dekanat Calw-Nagold) – Das Sulzer Männervesper ist eine Institution. Nun fand es endlich wieder als echtes Treffen statt. In Corona-Zeiten keine leichte Übung, denn erst einmal musste ein geeigneter Ort gefunden werden. Aber die Mühe hat sich gelohnt.

Männervesper im Schuppen: Ulrich Gerber (links) mit Matthias Berg, einem früheren Paralympics-Sportler. Foto: Peter HeinrichMännervesper im Schuppen: Ulrich Gerber (links) mit Matthias Berg, einem früheren Paralympics-Sportler. Foto: Peter Heinrich

Man nehme ein engagiertes achtköpfiges Team, einen großen Schuppen, ausreichend Bierbänke, eine gute technische Ausrüstung, Fleischkäsweckle mit dicken Scheiben, dazu Getränke und einen interessanten Referenten. Alles gut durchmischen, und fertig ist das Männervesper mit 100 Teilnehmern in Sulz am Eck, einem Ortsteil von Wildberg. Klingt nach einem guten Rezept.

Wenn es so einfach wäre, auch auf der Zielgerade der Pandemie, würde es jeder so machen. Ist es aber nicht, sagt Ulrich Gerber. Der 67-Jährige ist einer der Macher des Männervespers. Der vielseitig engagierte Mitarbeiter der Kirchengemeinde Sulz am Eck war bis zu seinem Ruhestand vor einigen Jahren Entwicklungsingenieur bei einem schwäbischen Autokonzern.

Zwar waren zur jüngsten Veranstaltung tatsächlich 100 Männer aus Sulz und den umliegenden Ortschaften gekommen, aber, sagt Gerber, es brauchte unter Corona-Bedingungen eine enorme Vorbereitung und Kreativität.

„Normalerweise treffen wir uns im Sulzer Sportheim“, erklärt Gerber, bei dem von Anfang an viele Fäden zusammenlaufen. „Das ging bei den vorhandenen Auflagen leider nicht.“ Also habe man kurzerhand nach einer Lösung gesucht, wollte man das inzwischen 18. Männervesper nicht wieder wie die vorherigen beiden online abhalten. So wurde entschieden, mit der Veranstaltung an einen geeigneten Ort umzuziehen.

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Der war im Sulzer Schuppengebiet schnell gefunden, musste allerdings von Grund auf hergerichtet werden. Der Schuppen ist riesig, erinnert eher an eine Lagerhalle als an einen Unterstand für Gartenzubehör. Kein Wunder, denn dort lagert normalerweise zahlreiches landwirtschaftliches Gerät. Dieses wurde für das Männervesper beiseite geräumt, der Boden sauber ausgefegt, Biertischgarnituren aufgestellt und die Mikrofonanlage aufgebaut. Anders als im Sportheim, wo sowohl Getränke als auch Verpflegung bereitstehen, musste alles herangeschafft werden. Auch an einen Toilettenwagen wurde gedacht. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Die große Resonanz gab den Veranstaltern Recht.

Man habe gespürt, sagt Gerber, dass die Männer endlich wieder „live“ zusammenkommen wollten. Deshalb sei die Teilnehmerzahl besonders hoch gewesen.

Viele waren wegen dem Referenten Matthias Berg zur Männervesper gekommen. Der ehemalige Paralympics-Leistungssportler – er ist contergangeschädigt –, Jurist, Hornist und jetzige Business-Coach sprach zum Thema „Mach was draus! Expedition zur inneren Kraftquelle“. Berg erklärte, dass jeder trotz Einschränkungen Verantwortung für sein Leben übernehmen kann und soll. Auch er zeigte sich beeindruckt von der großen Resonanz der Veranstaltung.

„Wir haben von Anfang an mit dem örtlichen Sportverein kooperiert“ erklärt Gerber. So fanden die vergangenen Treffen vor der Pandemie immer im Sportheim statt, wo dann regelmäßig 70 bis 90 Männer zusammen kamen. Das habe unter anderem dazu geführt, dass man mit den Veranstaltungen ungefähr zur Hälfte Männer erreicht, die keinen näheren Kontakt zur Kirche mehr hätten. Gerade mit ihnen wolle man über den Glauben ins Gespräch kommen.

Alle sind willkommen, und so planen die acht Männer im Mitarbeiterteam weiterhin drei Veranstaltungen pro Jahr, in der Osterzeit, kurz vor dem Sommer und am Ende des Kirchenjahres.