Christliche Themen für jede Altersgruppe

Manche Frage ist noch offen - Corona-Regeln herausfordernd für Behinderten-Einrichtungen

Die Corona-Pandemie macht auch vor den Behinderten-Einrichtungen nicht Halt. Welchen Umgang die Diakonie Stetten und die Nikolauspflege Stuttgart gefunden haben.

Reittherapie ist bis auf Weiteres nicht möglich. Foto: picture-allianceReittherapie ist bis auf Weiteres nicht möglich. Foto: picture-alliance

„Wir haben unsere Werkstätten sehr schnell geschlossen“, sagt Steffen Wilhelm von der Diakonie Stetten. Seit Mitte März sind sie zu, genauso wie alle Einrichtungen der Diakonie Stetten mit Publikumsverkehr. Darunter fallen beispielsweise die Cafés, das Betriebsrestaurant, das Gästehaus. Aber auch therapeutische Angebote, wie die Reittherapie, können derzeit nicht stattfinden. Physiotherapie gibt es nur in Härtefällen.

Die Heimbewohner sind nun auf ihren Wohngruppen – und werden von Mitarbeitern der Werkstätten betreut. Dort gibt es jetzt kreative Angebote, wie Steffen Wilhelm sagt. Vor Ostern etwa zum Basteln, zur Gartengestaltung und zu vielem mehr.

Corona-Regeln -  Herausforderung für Diakonie und Nikolauspflege

In Stetten gibt es einige bestätigte Corona-Fälle. Das stellt die Einrichtung vor eine besondere Herausforderung. Die Patienten müssen isoliert werden, in Quarantäne. Dazu werden die Räume der Tagesbetreuung umgenutzt. Leider gab es in Stetten einen ersten Todesfall. Das seelsorgerliche Angebot wurde zur Corona-Krise ausgebaut, es gibt ein Seelsorgetelefon, Gottesdienste und Andachten auf Video und vieles mehr. Auch Hygiene-Vorschriften, Kontaktreduzierungen und Abstandsregelungen werden per Video erklärt – vom Chef der Diakonie Stetten, Rainer Hinzen, persönlich. Es tagt wöchentlich ein Krisenstab, täglich gibt es Besprechungen eines Planungsstabs.

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Zu den großen Herausforderungen gehört, dass Schutzkleidung knapp ist. Steffen Wilhelm wünscht sich, dass die Testkapazitäten für den Heimbereich weiter ausgebaut werden. Denn es dauere einfach lang, bis Tests durchgeführt und ausgewertet werden. An seiner eigenen Arbeitsweise hat sich vor allem geändert, dass er nun viele Video- und Telefonkonferenzen führt.

Corona fördert Digitalisierung

Das ist auch bei der Nikolauspflege in Stuttgart so. „Wir sind das an sich schon gewohnt“, sagt der Vorstandsvorsitzende Dieter Feser. Dennoch hat die Zahl der digitalen Konferenzen stark zugenommen. Was sonst einfach mal mit Kollegen aus den Nachbarbüros besprochen wurde, läuft nun digital. Alles, was sich ins heimische Büro verlagern lässt, wird dort erledigt.

Der Computer ist das wichtigste Kommunikationsmittel. Foto: Adobe StockDer Computer ist das wichtigste Kommunikationsmittel. Foto: Adobe Stock

Die Schulen haben umgestellt auf Internet-Unterricht, aber es wohnen in den Internaten auch Schülerinnen und Schüler, die nicht bei den Eltern unterkommen können. Für sie gibt es Notgruppen, in denen sie mit Lehrern oder Betreuern Schulaufgaben machen.

In den Wohngruppen für Erwachsene, die normalerweise in den Werkstätten arbeiten, gibt es – ähnlich wie in Stetten – Beschäftigungsprogramme. Dennoch sei man an einem Punkt, wo eine vorsichtige Öffnung der Werkstätten gut wäre für die dort Tätigen, sagt Feser.

Mittlerweile haben Bereiche wieder geöffnet, wie das Reha-Fachgeschäft in Stuttgart, das Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte verkauft. Die Schulen werden zum 4. Mai wieder geöffnet, zumindest für die Abschlussklassen und die, die im Jahr darauf abschließen.

Corona-Regeln - Die Fahrt zur Schule wird zum Problem

Ein großes Problem ist dabei die Fahrt zur Schule. Wie können im kleinen Schulbus die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden? Dazu müssten mehr Fahrzeuge und Fahrer eingesetzt werden, das kostet mehr Geld. In den Internaten stellt sich zudem noch eine andere Herausforderung: Kinder, die zurzeit bei ihren Familien wohnen, müssten zunächst in Quarantäne. Noch ist nicht geklärt, ob es eine Gruppenquarantäne geben kann.

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