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Mein Leben ist mein Hobby - Interview mit Ordensschwester Teresa Zukic

FÜRFELD (Dekanat Heilbronn) – Wie können negative Gedanken gestoppt werden und wie gelingt ein sorgenfreies Leben? Darüber spricht Teresa Zukic bei ihrem Vortrag: Am 4. April ist sie bei der Kirchengemeinde Fürfeld zu Gast. Franciska Bohl hat vorab mit der vielseitig begabten Ordensschwester gesprochen.

Teresa Zukic, Autorin, Ordensschwester

Schwester Teresa: „Ohne Humor könnte ich mein tägliches Pensum gar nicht durchstehen.“ Foto: Pressebild

Ihr Leben war ursprünglich geprägt von Leistungssport und dem Ziel, Karriere zu machen. Wie kam es zum Bruch und zu Ihrer ersten Begegnung mit Gott?

Schwester Teresa: Ich war damals als junge Frau auf einem Sportinternat. Eine Freundin hatte mir Bücher ausgeliehen, die ich mit auf mein Zimmer nahm. Als ich nachts nicht einschlafen konnte, griff ich zur Bibel und las zum ersten Mal darin. Die Bergpredigt hat mich sofort gefesselt und existenziell berührt: „Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen“ (Matthäus 5,8). Ich musste die ganze Nacht weiterlesen und war regelrecht infiziert von Gott.

Was hatte dies für Auswirkungen auf Ihr weiteres Leben?

Schwester Teresa: Ich gab meinen Leistungssport auf und bin nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr ins Kloster eingetreten, als Ordensschwester bei den Vinzentinerinnen in Fulda. Gott hat mir dann gezeigt, dass wir mit unserem Einsatz oft noch weit entfernt von den Menschen sind. So kam es zur Gründung.

Man muss nicht immer die Welt retten

Gab es jemals Zweifel an Ihrem Weg und Ihrer Entscheidung für den Glauben?

Schwester Teresa: Nein, das gab es nicht. Ich habe schon an meiner Kirche gezweifelt, an Menschen – aber nicht an Gott. Auch wenn ich für meinen Weg den Sport aufgegeben habe: Gott hat mich so erfüllt, dass ich dies noch keinen einzigen Tag bedauert habe.

Wie schaffen Sie es, jeden Tag in heiterer Stimmung anzugehen?

Schwester Teresa: Ich vertraue meinen Tag meinem Gott an und lasse mich gerne von ihm überraschen. Und sage mir: Wenn er mir zutraut, dass ich das alles heute hinkriege – dann schaff ich es auch. Wenn ich eine schlechte Nacht hatte und beim Aufstehen Schmerzen, sage ich zu ihm: Lieber Gott, wenn du nicht willst, dass ich heute knurrig drauf bin, schenk mir halt eine bessere Nacht (lacht). Ansonsten schaue ich, dass ich an scheinbar schlechten Tagen etwas langsamer mache. Man muss nicht immer die Welt retten, sondern darf auch mal müde sein. Trotzdem mache ich mir so oft wie möglich bewusst: Dieser Tag ist einmalig, er kommt nie wieder – also mache das Beste draus!

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Sie sagen von sich, „verliebt in Jesus“ zu sein. Wie drückt sich so eine Haltung konkret im Alltag aus?

Schwester Teresa: Schon beim Aufwachen, wenn ich die Augen aufschlage. Dann weiß ich: Dieser Tag ist ein Geschenk. Ich versuche, jedem Menschen mit einem Lächeln zu begegnen, mein Bestes zu geben und für andere einzutreten. Mein Leben ist mein Hobby!

Fühlen Sie sich nie gestresst?

Schwester Teresa: Stressen tun mich eher die Umstände – rund 70 000 Kilometer bin ich im Jahr mit dem Auto unterwegs, die Baustellen, der Stau. Aber die Veranstaltungen, rund 200 jährlich, sind ein Vergnügen. Ich gestalte die Kindergottesdienste „Abenteuerland“ und halte Vorträge in Gemeinden, bei Banken oder in Handwerkskammern. Es ist beeindruckend, dass Gott für eine so kleine Schwester wie mich die Tür zur Wirtschaft geöffnet hat!

Wo kann man Gott begegnen?

Schwester Teresa: Gott spricht durch viele Menschen zu uns, man kann ihn in allen Dingen finden: an der Tankstelle, in der U-Bahn, im Park – überall. Ich vertraue darauf, dass die Menschen und Dinge, die mir begegnen, mir etwas zu sagen haben.

Was ist Ihr Geheimnis für ein sorgenfreies Leben? Welchen Anteil hat daran der Humor?

Schwester Teresa: Lachen und Humor können Krankheiten heilen und sorgen für Wohlbefinden. Ohne Humor könnte ich mein tägliches Pensum gar nicht durchstehen. Es ist wichtig, die Sorgen auch mal abzugeben und sich nicht verrückt zu machen. Wir wollen immer alles selbst in die Hand nehmen und wundern uns dann, dass alles zu viel wird. Zu 90 Prozent steigern wir uns in Dinge rein, bevor wir überhaupt wissen, was kommt. Das heißt, wir machen uns selbst negative Gedanken. Da reicht es schon, wenn uns einer blöd anschaut. Was völlig unnötig ist – denn oft trifft das Schlimmste gar nicht erst ein.

◼ Vortrag „Lebe, lache, liebe … und sag den Sorgen gute Nacht“ mit Teresa Zukic am 4. April, 14.30 Uhr, im Bürgerhaus Bad Rappenau-Fürfeld, Untere Torstraße 12. Anmeldung bis 30. März per E-Mail: anmeldung.frauenarbeit@kirche-fuerfeld.de

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