Christliche Themen für jede Altersgruppe

Mit Büchern arbeiten - Bruderhausdiakonie

EHINGEN (Dekanat Blaubeuren) – Die Bruderhausdiakonie in Ehingen möchte künftig über eine Plattform im Internet gebrauchte Bücher zum Verkauf anbieten. Damit sollen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung geschaffen werden.

Interesse an Tai-Chi, gesundem Kochen, aktuellen Kriminalromanen, an Biografien über berühmte Persönlichkeiten oder anderen Themen? In diesem ersten Bücherregal, das Hannes Hartmann in den Räumlichkeiten der Bruderhausdiakonie in Ehingen einsortiert hat, ist die Auswahl schon recht groß. Und der 25-Jährige ist sehr gespannt auf seine künftigen Aufgaben, die in den nächsten Monaten auf ihn zukommen werden. Er gehört zu den Menschen mit psychischen Erkrankungen, denen ein Projekt der Bruderhausdiakonie eine Arbeit ermöglichen soll, die Raum für selbstbewusste und abwechslungsreiche Tätigkeiten lässt.

Erste Bücherspenden: Hannes Hartmann und Bereichsleiter Oliver Nägele (Mitte) nehmen sie gerne entgegen.
© Foto: Brigitte Geisselhart

Die Bücher im Regal möchte die Bruderhausdiakonie über einen Versandhändler im Internet anbieten. Oliver Nägele, Bereichsleiter Arbeit und berufliche Bildung, erklärt: „Grundlage für unseren Modellversuch mit dem Versandhandel von gebrauchten Büchern sind die neuen Möglichkeiten des Bundesteilhabegesetzes, das auch die Inanspruchnahme von Leistungen bei sogenannten ‚anderen Leistungsanbietern‘ und damit passgenaue Lösungen zur beruflichen Teilhabe ermöglicht“. Konkret angedacht ist ein System, bei dem die Bruderhausdiakonie Menschen mit Behinderung in kleinen Gruppen, ohne großes technisches Equipment und spezielle Werkstätten im Dienstleistungsbereich beschäftigen kann.

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Die Internetplattform, über die die Bruderhausdiakonie verkaufen will, bietet ein Gesamtpaket an. Sie ist für die webbasierte Software verantwortlich, übernimmt sowohl die Rechnungsstellung als auch die Überwachung der Geldeingänge. „Die für uns anfallenden Investitionen sind gering, ebenso das Risiko“, sagt Oliver Nägele.

Modelversuch mit gebrauchten Büchern

Für die Mitarbeiter mit Behinderung gibt es interessante und adäquate Arbeiten genug, wie Projektkoordinator Gerhard Scheible erklärt. Bücher müssen eingesammelt, sortiert, geprüft, gescannt, registriert, gelagert und bei Auftragseingang schließlich versendet werden. Auf diese Weise sollen etliche Arbeitsplätze für Klienten an mehreren Standorten in der Region Ulm/Ostwürttemberg, davon mittelfristig bis zu 24 Plätze im Alb-Donau-Kreis und dem Stadtkreis Ulm, geschaffen werden. Die entsprechende Leistungsund Prüfungsvereinbarung mit dem Landratsamt als zuständigem Kostenträger ist derzeit in Verhandlung.

Hannes Hartmann räumt schon einmal das erste Bücherregal ein.
© Foto: Brigitte Geisselhart

Positiv zu bewerten sei, sagt Oliver Nägele, dass der Internet-Versandhandel durch mehrere kleine Arbeitsgruppen einfach an verschiedenen Standorten bewerkstelligt werden könne. Auch der ökologische Aspekt spiele eine Rolle. „Bücher, die womöglich im Altpapier landen würden, werden einer weiteren Nutzung zugeführt und können auch von Menschen mit kleinem Geldbeutel gekauft werden“, so der Standpunkt der Projektverantwortlichen. Bleibt natürlich die Frage, wo die zu verkaufenden Bücher herkommen sollen. „Wir streben eine Akquise vorzugsweise über den Kontakt mit evangelischen Kirchengemeinden in der Region an“, sagt Gerhard Scheible. Wer jetzt bereits Bücher vorbeibringen möchte, kann sich melden. Der Versandhandel soll dann Anfang 2020 starten.

Die gespannte Erwartung ist bei allen Beteiligten in jedem Fall schon groß. Auch bei Hannes Hartmann. „Der Umgang mit Büchern ist wahnsinnig interessant“, erzählt der junge Mann, der bisher in einer Tagesstätte gearbeitet hat. „Hoffentlich geht’s bald so richtig los“, sagt er in großer Vorfreude.

◼ Kontakt und weitere Informationen bei Oliver Nägele, Telefon 07391-703150. E-Mail: ulow.arbeit(at)bruderhausdiakonie.de

 

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