Christliche Themen für jede Altersgruppe

Miteinander lernen und üben - Impuls zur Predigt

Hesekiel 2,3-5 Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, ich sende dich zu den abtrünnigen Israeliten und zu den Völkern, die von mir abtrünnig geworden sind. Sie und ihre Väter haben sich bis auf diesen heutigen Tag gegen mich aufgelehnt. Und die Kinder, zu denen ich dich sende, haben harte Köpfe und verstockte Herzen. Zu denen sollst du sagen: „So spricht Gott der Herr!“ Sie gehorchen oder lassen es – denn sie sind ein Haus des Widerspruchs –, dennoch sollen sie wissen, dass ein Prophet unter ihnen gewesen ist.

 

Miteinander lernen und üben

Impuls zum Predigttext für den Sonntag Sexagesimä: Hesekiel 2,1-5(6-7)8-10;3,1-3.

Von Jürgen Stauffert

 

Pfarrer Jürgen Stauffert, Erlenbach

Warum das Land erobert und verwüstet? Warum die Leute deportiert ins fremde Babylon? Warum die Hauptstadt bald zerstört?

Weil ihr fremden Göttern nachgelaufen seid und ihr aus dem Sinn verloren habt, einander nicht zu bedrücken, mit Hungrigen zu teilen, unrecht zu vermeiden, gerechte Urteile zu sprechen, sagt Hesekiel. Darum!

Nach dem Zweiten Weltkrieg sah sich die Evangelische Kirche genötigt, Schuld einzugestehen: „Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden ... Wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.“

 

 

 

Jürgen Stauffert ist Pfarrer an der Christuskirche in Erlenbach. (Foto: Privat)

Und heute? Wissenschaftler und Klimaforscher sehen großes Unheil auf die Menschheit zukommen. Wir werden lernen und miteinander üben müssen, sorgsamer und naturverträglicher zu leben, zu wirtschaften und unterwegs zu sein. Mahnende Worte, bei denen sich Widerspruch und Widerstand formiert: „Aber predigt bitte keinen Verzicht. Die Wirtschaft lebt doch von permanenten Wachstum.“

Schaffen wir die mentale und technologische Umkehr mit Weisheit und Verstand? Selig sind die Genügsamen, denn sie werden das Leben bewahren, auf dass genug für alle übrig bleibt. Oder wird der Mensch erst durch Schaden klug?

Und heute? Hass und Hetze wird verbreitet – erst mit Worten, dann mit Taten. Amtsträgern in Politik und Kirche wird Angst eingejagt. Sie sollen mürbe werden und aufgeben, damit sich dann die brutalen Radikalen breit machen können, denen es nicht um den Zusammenhalt, sondern um die Spaltung eines Gemeinwesens geht.

Bewahre und lebe, was dir wichtig und heilig geworden ist

Ein Virus mit Ansteckungsgefahr zieht und breitet sich mit den Worten aus: „Man wird das doch wohl noch sagen dürfen.“

Schaffen wir es, uns weiterhin und mancherorts auch wieder kultiviert zu unterhalten im Sinne des achten Gebotes: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider andere? Hass zu säen und zu hetzen ist Sünde, analog und digital, am Stammtisch und auf Facebook. Das muss dann wirklich gesagt werden.

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ lautet ein Grundsatz in der Apostelgeschichte, der einen in Widerständen mutig stärken kann und das zur Sprache bringen lässt, was einem im Lauf seines Lebens ins Herz gelegt wurde, im Glauben und durch Lebenserfahrungen. „Hörst du da nicht den Trommler, der beharrlich in dir schlägt, der dich bei aller Gegenwehr, auch durch Feindes Lager trägt. Hör‘ auf ihn, er sagt dir was, wenn er sich nicht mehr regt, ist das ein Zeichen dafür, dass sich gar nichts mehr bewegt“, so Hermann van Veen, niederländischer Sänger, Schriftsteller, Clown, Schauspieler und Unicef-Botschafter. Es sind Worte, die mich seit meiner Jugend begleiten. Bewahre und lebe, was dir wichtig und heilig geworden ist, sprich darüber, gib dich nicht zufrieden, mit dem was ist, was nicht gut ist.

Im Lauf des Lebens findet man seine heiligen Worte in den heiligen Schriften, die dann auch gelebt werden wollen oder sogar gelebt werden müssen. Hesekiel sieht sich nicht nur genötigt, Schuld und Schuldige zu benennen, sondern wird auch für das drohende Unheil haftbar gemacht, wenn er nicht mahnt und warnt. Wenn er schweigt und ihn nicht warnt, dann sagt Gott klar: „So wird der Gottlose um seiner Sünde willen sterben aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern.“ (Hesekiel 3,18)

Gläubige, Kirchenleute und Religionsführer müssen sich verantwortlich und verpflichtet wissen, Übles in der Welt und in ihrer Umwelt eindringlich anzusprechen, ob ihnen danach zumute ist oder nicht. Wer Mut zeigt, macht anderen Mut. Warum sich zurückhalten? Wir sind unterwegs im Auftrag des Herrn, auch wenn’s nicht jeder gerne hören mag.

Predigtimpuls, beten, lernen, üben

Beten, Bibel lesen. Foto: unsplash

 

Gebet

Mein Gott, was soll ich sagen, wenn sie mir sagen: Halt dich da raus, was geht dich das an!
Lass mich leben, wie ich will! Verdirb uns nicht die gute Laune am Leben mit deinen klugen Sprüchen!

Was soll ich dann antworten? Ich habe einfach nur Angst und Sorge, wie’s mit uns weitergeht.

Sag, was soll ich sagen, was soll ich tun!

Amen.

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