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Mitgefühl für demente Menschen - Dokumentarfilm in den Kinos

Die Dänin May Bjerre Eiby setzt in ihrem kleinen Pflegeheim auf Mitgefühl als Behandlungsmethode. Regisseurin Louise Detlefsen hat die dementen Bewohner begleitet. Nun läuft ihr berührender Dokumentarfilm „Mitgefühl“ in den Kinos.

Pflegeheim Dagmarsminde. Gründerin May mit Grethe. Foto: mikrofilm.dk/pf skiold, Marie HaldPflegeheim Dagmarsminde. Gründerin May mit Grethe. Foto: mikrofilm.dk/pf skiold, Marie Hald

Torkild ist stolz auf Vibeke. Seit 63 Jahren sind die beiden verheiratet. Einst gehörte Vibeke eine der größten Apotheken in Dänemark. Nun jedoch ist sie dement. Torkild begleitet seine Frau ins Demenzpflegeheim Dagmarsminde. Dass auch er an Demenz leidet, ist ihm nicht bewusst. Wenn es ihm zu viel wird, geht er hinaus und schaut nach den Tieren, freundlich begleitet von einer Pflegerin.

Regisseurin Louise Detlefsen.  Foto: mikrofilm.dk/pf skiold, Marie HaldDie dänische Regisseurin Louise Detlefsen hat Torkild, seine Frau und die zehn Bewohner des kleinen Heims in Græste nördlich von Kopenhagen mit der Kamera begleitet. Die studierte Krankenpflegerin May Bjerre Eiby hat Dagmarsminde 2016 gegründet, nachdem ihr Vater in einem Pflegeheim gestorben war. An Vernachlässigung, wie sie sagt.

So wenig Arznei wie möglich

Sie wolle etwas ändern, den dementen Menschen Mitgefühl entgegenbringen und sie nicht mit Medikamenten vollstopfen. Das ist der Grundsatz in Dagmarsminde. Die Pflegerinnen suchen Augenkontakt mit den Bewohnerinnen, berühren sie, gehen mit ihnen hinaus in die Natur. Kleinste Sinneseindrücke werden wichtig. Das spiegelt sich in den ruhigen Bildern, die Regisseurin Detlefsen wählt, in den Aufnahmen des Himmels und der Bäume.

Die Bewohner essen gemeinsam. Sie feiern den Geburtstag von Königin Margarethe und nehmen Abschied von denen, die sterben. Dann darf es auch ein Gläschen Portwein sein.

Dagmarsminde ist übrigens kein Heim für reiche Menschen, dort leben normale Däninen und Dänen. Das Heim wird genauso aus öffentlichen Mitteln finanziert wie andere dänische Heime auch. Wie ist das möglich? Dänemark investiert mehr in die Heim-Pflege als Deutschland. Dort gibt es keine Pflegegrade. Jeder Einwohner und jede Einwohnerin hat Anspruch auf eine gesundheitliche und pflegerische Versorgung, die dem persönlichen Bedarf entspricht.

Torkild und Vibeke leben seit einigen Monaten in Dagmarsminde. Foto: mikrofilm.dk/pf skiold, Marie HaldTorkild und Vibeke leben seit einigen Monaten in Dagmarsminde. Foto: mikrofilm.dk/pf skiold, Marie Hald

Der Dokumentarfilm „Mitgefühl“ zeigt einen Weg auf, dementen alten Menschen ein würde- und freudvolles Leben zu ermöglichen. Er berührt – und macht bewusst, dass aus einer anderen Haltung Alternativen erwachsen.

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