Christliche Themen für jede Altersgruppe

Nicht nachlassen - "7 Wochen ohne" - Neues einüben

Eigentlich würde man beim Titel „7 Wochen ohne“ erst einmal erwarten, dass man auf etwas verzichten soll. Doch die Fastenaktion der evangelischen Kirche geht weiter. Sie ruft nicht nur zum Verzicht auf, sondern auch dazu, Neues einzuüben – und dran zu bleiben.

Neues einüben ‒ dazu ruft die Fastenaktion der evangelischen Kirche auf. Foto: 7 Wochen ohne/ Getty ImagesNeues einüben ‒ dazu ruft die Fastenaktion der evangelischen Kirche auf. Foto: 7 Wochen ohne/ Getty Images

Knapp 40 Jahre ist es her, dass die evangelische Kirche die Fastenaktion „7 Wochen ohne“ gestartet hat. Damals ging es tatsächlich darum, auf etwas zu verzichten, Autofahren, Fernsehen, Fleisch essen oder Alkohol zu trinken. 2008 wurde die Aktion neu ausgerichtet. Es ging nun nicht mehr um den Verzicht auf eine Sache, sondern darum, eine Haltung, eine Gewohnheit oder auch eine Denkweise zu verändern.

Dass man dabei auch auf etwas verzichtet, findet Martin Vorländer. Der Pfarrer ist seit etwa zehn Jahren Mitglied im Kuratorium, das über die Themen der jeweiligen Fastenaktion entscheidet. So habe das erste Motto nach der Umstellung gelautet „7 Wochen ohne Geiz“. Auch habe die Aktion in vergangenen Jahren dazu aufgerufen, nicht mehr zu lügen oder auf falschen Ehrgeiz zu verzichten. „Man muss sich überwinden, den Widerwillen, den Widerstand“, findet Vorländer.

Aber ja, die Aktion rufe eben inzwischen nicht nur zum Verzicht auf, sondern stelle auch die Frage, was man stattdessen tun kann. In diesem Jahr stehen die sieben Wochen bis Ostern unter dem Aufruf, zu üben. Nicht im Stillstand zu bleiben, sondern neue Dinge auszuprobieren, einzuüben. Sieben Wochen seien dafür ideal, meint Vorländer. „Die Zeit ist lang genug, um etwas auszuprobieren, es einzuüben.“ Gleichzeitig sei der Zeitraum, in dem neue Gewohnheiten, Verhaltens- und Denkweisen eingeübt werden aber auch nicht unendlich: „Ostern ist in Sicht“.

Auch Friede muss geübt werden

Doch wie kommt das Thema für die Fastenaktion der evangelischen Kirche zustande? Dazu macht sich das siebenköpfige Kuratorium Gedanken – ein Jahr, bevor die neue Fastenaktion beginnt. Leitfrage ist dabei, welche Themen in der Luft liegen, was die Menschen bewegt. „Letztes Jahr wussten wir natürlich noch nicht, wie es sich mit Corona jetzt entwickelt“, sagt Martin Vorländer.

Spannend ist für ihn dabei, dass sie sich vergangenes Jahr dafür entschieden haben, in der ersten Woche mit dem Thema „Schwerter zu Pflugscharen“ aus Jesaja 2,4 zu beginnen. „Das bewegt mich gerade sehr“, sagt Vorländer. Angesichts des Krieges in der Ukraine sei diese Vision ein starkes Bild. „Wir sollten die Hoffnung auf Frieden hochhalten, das Beten wach halten“, meint er. Das müsse man einüben, und dafür brauche es starke Bilder. „Diese Vision von den Schwertern, die zu Pflugscharen werden, strahlt aus“, sagt der Pfarrer Und so, wie man lernen müsse, Krieg zu führen, könne man das auch verlernen. Das gelte es, einzuüben, im Großen wie im Kleinen.

Darüber hinaus wirbt Vorländer dafür, sich in den kommenden sieben Wochen ruhig eigene Ziele zu setzen, etwa eine Fremdsprache zu lernen oder mehr Vertrauen zu den Mitmenschen zu finden. Um sich nicht zu überfordern, empfiehlt der Theologe, sich nicht zu viel vorzunehmen. Eine Sache oder maximal zwei, nicht mehr. Denn das helfe dabei, den Überblick zu bewahren und dran zu bleiben.

www. 7wochenohne.evangelisch.de

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