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„Niemand wird gewinnen“ - Pastor Lasi in der Hauptstadt Kiew

Am 24. Februar haben russische Truppen die Ukraine angegriffen. Matthias Lasi, Pastor der lutherischen Gemeinde in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, steht von Deutschland aus in Kontakt mit den Menschen dort. Martin Janotta hat ihn zu den Eindrücken der ersten Tage befragt.

Urkraine. Grafik: clker-free-vektor-images, pixabay

Urkraine. Grafik: clker-free-vektor-images, pixabay

Herr Lasi, was hören Sie derzeit aus der Ukraine?


Matthias Lasi: Sehr, sehr besorgte Nachrichten. Bisher scheint die Zivilbevölkerung, die nicht in den umkämpften Gebieten lebt, noch verschont zu sein. Aber es gibt große Einschränkungen, die Hauptstadt Kiew ist gesperrt. Die Menschen dort machen sich große Sorgen.

Wie ist das bei den Menschen aus Ihrer Gemeinde in Kiew?

Matthias Lasi: Da gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen. Wer kann, bringt sich irgendwie in Sicherheit. Wer das nicht kann, muss ausharren. Die Deutschen aus der Gemeinde sind natürlich alle weg. Ich selbst bin wieder in Deutschland, weil meine Entsendeorganisation, die EKD, mich dringend dazu aufgefordert hat.

Hat es Sie überrascht, dass russische Truppen jetzt tatsächlich die Ukraine angreifen?

Matthias Lasi: Man musste damit rechnen. Es gab in unterschiedlichen Nachrichten unterschiedliche Prognosen und man konnte im Vorfeld nicht sagen, was der nächste Tag bringt. Jetzt aber hat sich leider die Prognose bewahrheitet, die das Schlimmste vorausgesagt hat.

Was können wir Christen in Deutschland tun, um den Menschen dort zu helfen?

Matthias Lasi: Eines können wir sicher: für die Menschen beten, auch für die Ukraine. Und man muss immer bedenken, dass es auf beiden Seiten Leidtragende gibt. Wenn man an die Bevölkerung denkt, gibt es in diesem Krieg aus meiner Sicht niemand, der gewinnen wird. Ansonsten ist die Lage momentan noch zu verwirrend, als dass man sagen könnte, dies oder jenes könnte man unternehmen.

Worauf hoffen Sie in der aktuellen Situation?

Matthias Lasi: Auf eine baldige Beruhigung.

 

 

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Zur Person

Matthias Lasi ist Pastor der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Gemeinde an der Kirche St. Katharina in Kiew. Der Württemberger verrichtet diesen Dienst seit 2018 als EKD-Auslandspfarrer.