Christliche Themen für jede Altersgruppe

Ostern leben - Impuls zur Predigt

1. Korinther 15,19-20 Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.

Ostern leben

Impuls zum Predigttext für Ostern: 1. Korinther 15,(12-18) 19-28.

Von Gabriele Arnold

Gabriele Arnold ist Prälatin in Stuttgart. Foto: Privat

Christ ist erstanden. Drei schlichte Wörter. Und doch ist es ein Satz, der die ganze Welt und unser aller Leben verändert. Diese Botschaft, die nie mehr verstummt ist, hat sich ausgebreitet und breitet sich bis heute aus. Denn so ruft und singt und tanzt man heute nicht mehr nur in Jerusalem, sondern rund um die Welt bis an die entlegensten Winkel der Erde: Christ ist erstanden! Ja auch in diesem Jahr verstummt der Osterjubel trotz Corona nicht. Nur drei Wörter. Doch in ihnen ist alles eingeschlossen. Das Herz wird leicht und wir sind befreit zum Leben. Christ ist erstanden. Mit diesen drei Wörtern können wir den Mut aufbringen, von den Gräbern zurück in das Leben zu gehen. Von den vielen Gräbern in unserem Leben. Denen auf dem Friedhof, aber auch den anderen im eigenen Lebenslauf. Wir müssen nicht verzweifeln, wenn wir an Grenzen kommen, nicht haltlos auf die Leere starren, die der Tod reißt. Ostern ist kein Frühlingsund Hasen-Ostereier-Fest. Ostern ist das Evangelium unseres Lebens. Wer Ostern nicht hat, versäumt das wahre Leben. So entschieden unterstreicht es jedenfalls der Apostel Paulus. „Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“

Sosehr der Apostel in den Jahren seiner Arbeit immer wieder Zugeständnisse macht, die Lebenswelt seiner Adressaten ernst nimmt und ihren Hintergrund in seine Arbeit integriert, hier bleibt Paulus kompromisslos. So unverzichtbar Christus, das Evangelium für diese Welt, ist als Trost, als Richtschnur und als Hilfe zum Leben – so unzureichend wäre es, wenn damit schon alles „erledigt“ wäre. Das Evangelium ist mehr als bloße Lebenshilfe im Alltag, ist mehr als Werte und Nächstenliebe. Wer sich nicht weiterwagt, glaubt letztlich nicht an den Ewigen, den lebendigen Gott, sondern an den Tod.

„Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“ Diese Hoffnung macht uns zu Menschen, die Ostern nicht nur feiern, sondern es leben. Auch wenn es uns schwerfällt, auch unter Tränen, auch dann, wenn die Lücke noch ganz frisch ist, die der Tod gerissen hat. Wir überlassen dem Tod nicht das letzte Wort. Der Auferstandene sitzt doch zur Rechten des Vaters und erhebt Anspruch auf Leben und Wirken in der Welt.

» Wer Ostern nicht hat, versäumt das wahre Leben «

Ja, wir erwarten mehr als das Leben im Hier und Heute. Wir erwarten das Leben nach diesem Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Ostern will uns Augen, Ohren und alle Sinne dafür öffnen, dass es ein Mehr gibt. Und von diesem Mehr her erkennen wir dann auch die kleinen Ostern mitten im Leben.

Auferstehung wird schon hier und heute unter uns Wirklichkeit. Da feiern Menschen zum letzten Mal miteinander Abendmahl. Dann ist in einem Sterbezimmer auf einmal eine solche Wärme, solch ein Glaube, so viel Nähe, dass alle getröstet sind und auch das Sterben diese Erfahrung nicht wegnehmen kann. Da hat jemand jahrelang Schmerzen und dann einer eine rettende Idee, die Operation hilft. Das Leben hat plötzlich eine ganz andere Farbe.

Das sind kleine Ostergeschichten. Sie nehmen die große Ostergeschichte hinein in den Alltag und verkürzen die Wartezeit, bis wir den sehen, der gestorben ist und auferstanden und uns hineinnimmt in sein großes Leben. Christ ist erstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!

Foto: Chris Gallagher/Unsplash/LincolnFoto: Chris Gallagher/Unsplash/Lincoln

Gebet

Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist.

O mache unser Herz bereit, damit von Sünden wir befreit dir mögen singen allezeit.

Amen.

 

Michael Weiße,

Evangelisches Gesangbuch, Nr. 103, Verse 5 und 6

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