Christliche Themen für jede Altersgruppe

Pepper erobert die Herzen - Entertainer und Pflegeroboter

SULZ AM NECKAR – Alte Menschen und neueste Technik – das muss sich nicht ausschließen. Ein Alten-und Pflegeheim in Sulz hat einen Test gestartet und vorübergehend den Pflegeroboter „Pepper“ eingestellt. Den Bewohnern hat er viel Freude gemacht.

„Mach mit!“ Pflegeroboter Pepper geht auf die Bewohnerinnen im „Alpenland“ zu. Foto: Pressebild„Mach mit!“ Pflegeroboter Pepper geht auf die Bewohnerinnen im „Alpenland“ zu. Foto: Pressebild

Pepper hat eine Glatze, aber das haben ältere Herren unter Umständen auch. Er hat eine Wespentaille wie ein Model und große Augen wie ein Kind. Trotz seiner grauen Farbe und seiner glatten Kunststoffoberfläche wirkt der Pflegeroboter sehr sympathisch. Mit einer Größe von 1,20 Meter ist er so gebaut, dass ihn auch die Bewohner, die im Rollstuhl sitzen, auf Augenhöhe anschauen können. Im „Alpenland – Haus der Betreuung und Pflege am Stockenberg“ in Sulz wurde die Einsatzfähigkeit des technischen Mitarbeiters getestet. Bianca Weinmann, Referentin für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, sagt: „Pepper ist in vielen Bereichen der Seniorenbetreuung einsetzbar, seine Anwendung ist intuitiv und unkompliziert.“ Er solle aber keinesfalls Personal ersetzen, sondern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen.

Entertainer in der Seniorenbetreuung

Bianca Weinmann nennt auch gleich Beispiele. In der Bewegungstherapie motiviere er die Bewohner mitzumachen. Durch Gehirnjogging oder Ratespiele in der Gruppe werden die Senioren aktiviert. Der nette Roboter begeistert dabei als Entertainer. Er liest Märchen vor, beruhigt, schenkt eine Art von Geborgenheit, verbreitet Freude und gibt ein Gefühl der Verbundenheit. Pepper errät auch das Alter der Bewohner und ist dabei äußerst charmant. Helene Müller wohnt in der Einrichtung und sagt: „Als ich Pepper nach meinem Alter gefragt habe, sagte er tatsächlich, dass ich 40 Jahre jung sein müsse. Da habe ich laut gelacht.“

Pepper spricht mit den Bewohnern und Mitarbeitern mit einer gut verständlichen, angenehmen Roboterstimme. Wird er selbst gefragt, wie alt er ist, dann antwortet er, dass er vor fünf Jahren in Wuppertal geboren worden sei. Beim Stichwort Yoga plaudert Pepper munter drauf los und sagt, dass er Yoga sehr gerne möge. Daraufhin beginnt er mit entsprechenden Übungen und fordert die Senioren und Seniorinnen auf mitzumachen.

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Die Bewohner dürfen Pepper auch berühren, das hat er gern. Bewohner Lothar Eisenmann sagt: „Ich habe Pepper über den Kopf gestreichelt, da hat er aus vollem Herzen gelacht und ich musste einfach mitlachen. Das hat so gutgetan.“

Als eine Seniorin Peppers Hand berührt, sagt der Roboter, dass ihm das gut tue. Ein andermal kichert er und behauptet, das kitzle ihn. Pepper lenkt die Bewohner von trüben Gedanken ab und fördert das soziale Umfeld. Die alten Menschen kommen durch den Roboter miteinander ins Gespräch. Über ein Display an Peppers Brust kann auch Musik abgespielt werden, die zum Mitschunkeln animiert.

Bianca Weinmann erläutert, dass Digitalisierung in der Pflege immer wichtiger werde, „wobei die persönliche Arbeit mit den Menschen zu jeder Zeit im Vordergrund steht“. Und Pepper? Der Roboter wird ständig weiterentwickelt. In anderen Einrichtungen kann Pepper schon umherfahren, die Bewohner zu Aktivitäten abholen und sie mit Namen ansprechen.

Pepper hat zwar durch seinen Kunststoffkörper eine raue Schale, aber einen weichen Kern und erobert schnell die Herzen. Als Martha Schmieder Pepper zum ersten Mal sah, meinte die Seniorin: „Pepper, Du hast so schöne Augen“. Vielleicht sollten die Konstrukteure des Roboters ihm die Fähigkeit geben, rot zu werden.

◼ Videos stehen im Internet auf youtube.com – bitte ins Suchfeld „Pflegeroboter Pepper“ eingeben.