Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Vom Abschied nehmen

Nicht nur der Ewigkeitssonntag lenkt den Blick auf ein Thema, das uns ein Leben lang immer wieder begleitet: Das Abschied nehmen. Mit seinen fallenden, welk werdenden Blättern steht der Spätherbst symbolisch für dieses Loslassen. Ein schwieriges Thema, doch gerade in dieser Jahreszeit werden wir damit besonders konfrontiert.

Eigentlich beginnt das Abschiednehmen ja schon bei der Geburt: für die Mutter, für die mit der körperlichen Trennung vom Kind ein neuer Abschnitt in der Beziehung beginnt. Und für das Neugeborene selbst, das von seiner vertrauten warmen Umgebung hinaus in eine fremde Welt gestoßen wird. Auch am Ende des Lebens steht unweigerlich der Abschied.

Ein schmerzvolles Gefühl ist mit dem Abschiednehmen immer verbunden. Denn wer Abschied nimmt, muss zulassen, dass ihm etwas oder jemand entgleitet, er muss sich der neuen Situation stellen. Doch wer etwa auf Bahnhöfen Szenen des Abschieds beobachtet, spürt auch dessen andere Seite. Denn in so einem Moment ist das, was die persönliche Beziehung zueinander ausmacht, ganz besonders stark zu spüren.

Manfred Hinrich, deutscher Aphoristiker, hat den Abschied einmal als „Wahrheitsbarometer“ bezeichnet. Egal, ob wir von Menschen oder Idealen Abschied nehmen müssen: So eine Situation konfrontiert uns unweigerlich mit der Realität – und das wiederum kann hart, aber auch befreiend sein, meint Ihre

Franciska Bohl
franciska.bohl(at)evanggemeindeblatt.de