Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Der direkte Weg

Wer derzeit auf deutschen Autobahnen unterwegs ist, stößt bei einigen Baustellen auf ungewöhnliche Schilder: Auf diesen sind farbige Gesichter zu sehen, die signalisieren, wie viele Kilometer Baustelle den Fahrer noch erwarten. So zeigt ein schmollender „Smiley“ den Beginn der Baustelle an, und je näher deren Ende rückt, umso lachender wird der Gesichtsausdruck. Ziel der Aktion ist es, Aggressionen der Autofahrer abzubauen und dadurch Unfälle auf solchen Streckenabschnitten zu vermeiden.

Natürlich steckt hinter dieser Schilder-Reihe eine ausgetüfftelte Marketing-Strategie. Denn wer sich durch den Stau quält, wird vermutlich eher noch gereizter, wenn er auf vermeintliche Vorteile der Baustelle hingewiesen wird. Doch die Idee, dass ein ehrlicher Hinweis auf unangenehme Wahrheiten oft entwaffnender ist, als Beschönigungsversuche hat seinen Reiz, finde ich.

Und manchmal lässt sich der Gedanke ja auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Wer eigene Fehler oder Defizite vorzeitig thematisiert, statt sie zu vertuschen, kann bei dem anderen eher auf Verständnis und Geduld hoffen.

So eine offensive Verteidigung fällt nicht immer leicht. Doch wer die Stärke hat, persönliche Schwächen anzusprechen, hat am Ende nicht nur weniger zu verlieren – sondern gewinnt vielleicht sogar gemeinsame humorvolle Momente dazu,

meint Ihre

Franciska Bohl

franciska.bohl@evanggemeindeblatt.de