Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Vom richtigen Verzicht

Vor über 30 Jahren haben Protestanten die Lust aufs Fasten wiederentdeckt. Seither beteiligen sich jedes Jahr mehr als drei Millionen Frauen und Männer an der Aktion „7 Wochen ohne“. Für die meisten heißt das: ohne Wein, ohne Zigaretten, ohne Fernsehen oder ohne Schokolade.

Zurück geht das Fasten auf das Fasten Jesu (Matthäus 4,4). 40 Tage lang hatte Jesus in der Wüste gefastet, dann „hungerte ihn“. Das klingt nicht danach, als ob Jesus auf Fleisch oder auf Honig (Schokolade kannte er nicht) verzichtet hätte, sondern er hat wohl nichts oder kaum etwas gegessen.

Später – vor allem im Mittelalter – gab es penible Fastenvorschriften. Gutes Essen war verboten, laute und vor allem heitere Musik auch, Tanzen war nur zu bestimmten Zeiten erlaubt. Wichtig war, die Verbote genau einzuhalten. Doch sollen alle auf das Gleiche verzichten. Was etwa macht es für einen Sinn, auf Fleisch zu verzichten, wenn man sowieso Vegetarier ist? Das Fasten nach „7 Wochen ohne“ gefällt mir deshalb besser. Jede und jeder verzichtet auf das, was ihr oder ihm selbst am schwersten fällt.

Der Verzicht auf etwas schafft neuen Raum für etwas anderes – etwas, was wir schon lange machen wollten. Der Verzicht auf etwas lässt uns Neues entdecken – auf jeden Fall eine neue Façette des Lebens.

Dass Sie für sich den richtigen Verzicht finden wünscht Ihnen

Ihre

Petra Ziegler
petra.ziegler(at)evanggemeindeblatt.de