Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Irren ist menschlich

In den letzten Wochen ist es mir mal wieder aufgefallen, wie schwer es Politikern fällt, einen Fehler zuzugeben. Da eiert Herr Oppermann von der SPD in der Talkshow mit Maybrit Illner um den heißen Brei herum, dass es einem fast schlecht wird, anstatt einfach nur zu sagen: „Ja, es war falsch, im Fall Edathy den Chef des Bundeskriminalamts anzurufen.“

Was ist eigentlich so schlimm daran, einen Fehler zuzugeben? Sind wir in unserer Gesellschaft so ungnädig zueinander, dass wir uns das nicht mehr trauen? Ein bisschen was ist tatsächlich dran an dieser Einschätzung. Ob im Betrieb, bei Vorträgen, in Gesprächen: Beinahe panisch ist die Angst vieler Menschen, etwas Falsches zu machen oder zu sagen. Und wie die Geier lauern manche nur darauf, dass andere einen Fehler machen und man ihnen den unter die Nase reiben kann.

Dabei sind Fehler etwas zutiefst Menschliches. Wir können aus ihnen lernen, wenn wir über sie sprechen. Wir können eine Atmosphäre des Vertrauens schaffen, wenn wir wagen, sie zuzugeben. Wir können sie in christlicher Nächstenliebe verzeihen, wenn wir uns zu ihnen bekennen.

Perfektion ist etwas für Maschinen. Und die Unfehlbarkeit jedweder Päpste etwas, das wir aus gutem Grund ablehnen. Machen wir einfach das Beste aus unseren Fehlern. Und lachen wir ab und zu mal über sie. Dann wird das Leben leichter und auch ein wenig menschlicher, meint Ihr

Andreas Steidel
andreas.steidel(at)evanggemeindeblatt.de