Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Gottes Nähe erfahren

Früher wurden vom Sonntag Judika an, den wir an diesem Sonntag begehen, bis Ostern die Altarbilder in den Kirchen mit Tüchern verhängt. Damit wurde das Fasten auch auf das Augen-Fasten ausgeweitet. Am Sonntag Judika (auf Deutsch: „Richte“) gehört Isaaks Opferung zu den zentralen Texten (1. Mose 22). Bei Isaaks Opferung ist der bedingungslose Gehorsam von Abraham gefordert. Abraham hat schon sein Messer bereit, um seinen Sohn zu töten, als Gott ihm Einhalt gebietet. Abraham hat die Probe bestanden.

Doch was heißt das für Christen von heute? Soll ich wie Abraham widerspruchslos ein Schicksal annehmen? Darf ich nicht mehr hadern mit einer Last, die ich als ungerecht und viel zu schwer empfinde? Nein, wie Abraham kann und will ich nicht sein – jedenfalls nicht in diesem Fall.

Aber wer die Geschichte von Isaaks Opferung ein zweites, ein drittes Mal oder zum hundertsten Mal liest, wird sie irgendwann mit anderen Augen sehen. Gott schreitet ein – im allerletzten möglichen Moment. Er sagt zu Abraham: „Tu deinem Sohn nichts.“

Gott verlangt von Menschen kein Menschenopfer. Zu Zeiten Abrahams war das nicht selbstverständlich.

Diese Geschichte zeigt: Auf Gottes Eingreifen können wir uns verlassen. Er ist uns ganz nahe – auch dann, wenn wir es nicht für möglich halten. Dass auch Sie diese Erfahrung machen, wünscht Ihnen

Ihre

Petra Ziegler
petra.ziegler(at)evanggemeindeblatt.de