Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Pusteblume

„Pusteblume“, sagten Kinder früher, wenn sie ausdrücken wollten, dass eine Aussage oder eine Handlung völlig in den Wind geschossen war. „Du gehst doch bestimmt mit ins Schwimmbad?“ – „Pusteblume!“, konnte die Antwort sein. „Nichts mache ich!“ Mit dem abgeblühten Löwenzahn konnte man jedem Vorschlag den Wind aus den Segeln nehmen. Ganz leicht. So leicht wie die kleinen Fallschirme eben dahinsegeln, wenn Kindermund ordentlich lospustet.

Ich persönlich mag die Pusteblume. Als Wort wie auch als Pflanze. Sie hat so etwas Leichtes, in all ihrer Vergänglichkeit. Irgendwie ist sie ein Symbol für die Sehnsucht nach Erfüllung von Wünschen, ein Symbol für die Zufälligkeit des Lebens. Wohin der Wind die Samen trägt, da blüht eben der gelbe Löwenzahn. Und merkwürdigerweise erinnert der weiße Ballon aus kleinen Schirmen einen an die eigene Kindheit. Pusteblumen sind eben beliebt bei Kindern. Deshalb heißen heute noch viele Kindergärten und Familienzentren so.

„Pusteblume“: Alles ist nichts – und fliegt doch weiter. Das steckt wohl in dem Wort. Haschen nach Wind, nennt der Prediger Salomon diese Erfahrung und zielt auf die Eitelkeit des Menschen, der sich zu wichtig nimmt. Die Pusteblume fügt dieser Erfahrung noch eine gewisse Fröhlichkeit hinzu, die mich das Vergängliche leichter ertragen lässt, meint

Ihr

Alexander Schweda
alexander.schweda(at)evanggemeindeblatt.de