Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Der russische Tiger

Seit 20 Jahren habe ich eine Patenschaft für den Sibirischen Tiger. Er ist die größte Raubkatze der Welt und lebt im äußersten Osten Russlands. Noch etwa 450 Tiere gibt es in freier Wildbahn, er ist eine der am meisten vom Aussterben bedrohten Arten weltweit. Gerade jetzt, wo immer wieder von Russland die Rede ist, muss ich an ihn denken.

In den Zeiten, als Russland noch Sowjetunion hieß, die Grenzen dicht waren und der Kommunismus regierte, ging es dem Tiger besser. Mit der kapitalistischen Ausbeutung der Wälder, dem ungebremsten Handel mit Tigerprodukten und dem Landhunger großer Konzerne ist seine Lage schwieriger geworden. Kommunismus schlecht, Marktwirtschaft gut: Von dieser einfachen Sicht der Welt habe ich mich schon lange verabschiedet.

Ich mag es auch nicht, wenn wir nun wieder beginnen, von Russland in alten Feindbildern zu denken und gebuht wird, sobald der Name Russland auch nur erwähnt wird. Wir die Guten, die die Bösen: Das ist heute so falsch, wie es damals war. Immerhin sind „meine“ Tiger ja auch Russen, genau wie die, die von „meinem Patengeld“ dafür bezahlt werden, um sie zu beschützen.

Gottes großartige Schöpfung macht an keiner Landesgrenze Halt. Sie zu bewahren ist eine weltweite Aufgabe, die die Zusammenarbeit aller braucht. Eine friedliche Zukunft für Mensch und Tier wünscht sich Ihr

Andreas Steidel

andreas.steidel(at)evanggemeindeblatt.de