Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Die Frau mit Kopftuch
Kürzlich bin ich in der S-Bahn einer jungen Frau begegnet mit Kopftuch, die Türkisch mit ihrer Mutter sprach. Ihre Kinder spielten daneben. Plötzlich fuhr sie herum und sagte in lupenreinem Deutsch zu ihnen: „Könnt Ihr jetzt mal aufhören und eure Schuhe richtig zubinden?“

Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. Nicht alles, was uns im eigenen Land fremd erscheint, ist wirklich so fremd, wie wir im ersten Augenblick denken. Unter den Gewändern einer anderen Kultur ist die Integration oft viel weiter fortgeschritten als man zunächst meinen könnte.

Vor lauter Angst, was Multikulti aus unserem Land macht und welche Probleme Zuwanderung mit sich bringt, vergessen wir zuweilen, wie viele gute Integrationsgeschichten es in Deutschland gibt: Menschen mit türkischen, jugoslawischen oder griechischen Namen, die täglich ihre Arbeit tun und immer öfter verantwortliche Positionen übernehmen. Die hier gerne leben und die eine große Stütze unserer Gesellschaft sind. Und die manchmal sogar die Sprache besser sprechen als mancher Urdeutsche. Von ihnen ist nur selten die Rede, wenn man von Zuwanderern spricht – leider.

Deutschland hat eine so große Integrationskraft, dass uns jedenfalls nicht angst und bange werden muss. Wir haben schon vieles in unsere Kultur erfolgreich aufgenommen, vor Urzeiten übrigens auch das Christentum. Gott sei Dank, meint Ihr

Andreas Steidel
andreas.steidel(at)evanggemeindeblatt.de