Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Absteigen

Ich will ja nicht klagen. Aber jetzt ist es mir schon zum dritten Mal passiert. Bin ich etwa zu langsam für diese schnelle Welt? Vor einiger Zeit jedenfalls hätte ein Fahrradfahrer beinahe meine kleine Tochter umgefahren, auf einem Weg für Fußgänger und Radler in einem Stadtpark. „Pass doch auf“, hat er sie angeschrien! „Sie müssen schon genauso aufpassen“, rief ich ihm hinterher. Worauf er wütend die Bremse zog und mich noch mehr beschimpfte.

Vor einigen Tagen begleitete ich eine Gruppe Kinder mit ihren Betreuerinnen über eine Brücke in Stuttgart. Hinter uns tauchte plötzlich ein Fahrradfahrer auf, heftete sich in 30 Zentimetern Abstand an die Ferse eines Kindes und klingelte wie wild, weil er vorbei wollte. Absteigen? Höflich bitten? Rücksicht auf Kinder nehmen? Geht offenbar nicht.

Und neulich war ich dann selber joggen im Stuttgarter Schlosspark. Lebensgefährlich, wenn man aus Versehen auf den Radweg gerät. Klingeln können alle, ausweichen tut keiner. Man kann froh sein, wenn man für so einen Fehler nicht gnadenlos bestraft wird.

Nein, ich will nicht klagen. Aber irgendetwas stimmt da nicht mehr. Wenn alle nur noch darauf los preschen und keine Fehlertoleranz erlauben – gerade bei Kindern –, dann machen wir grundsätzlich etwas falsch. Ein Grund, mich selbst zu fragen: Wann bin ich nur noch am Klingeln, anstatt mal abzusteigen und zu reden?,

meint Ihr

Alexander Schweda
alexander.schweda(at)evanggemeindeblatt.de