Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Die Freude nicht vergessen

Ich war sechs oder sieben Jahre alt, als ich davon hörte, dass Deutschland geteilt ist. Das machte mich sehr traurig und ich wünschte mir sehnlichst, dass Deutschland wieder eins wird. Noch trauriger wurde ich, als ich erfuhr, dass ich selbst Verwandte in der DDR hatte. Aber die Erwachsenen sagten schulterzuckend, man könne an der Teilung Deutschlands nichts ändern. Meine Oma schickte regelmäßig Päckchen mit Kaffee, Schokolade und Nylonstrümpfen zu ihren Geschwistern im Osten.

Als sie Rentnerin war, durfte sie auf Besuch nach „drüben“, zur Jugendweihe ihrer Neffen und Nichten beispielsweise. Wenn sie zurückkam, berichtete sie von aberwitzigen Grenzkontrollen. Vom stundenlangen Ausharren und auseinandergenommenen Autos. 

Ein paar Jahre später fiel die Mauer. Die Menschen tanzten darauf. Flüchtlinge kamen zu uns in den Westen und wurden euphorisch aufgenommen. Ich war sehr glücklich und auch dankbar.

Und heute? Manchmal scheinen uns die Probleme 25 Jahre danach über den Kopf zu wachsen. Unmut breitet sich aus. War alles umsonst? Haben wir uns übernommen? Mitnichten. Wenn ich sehe, wie unkompliziert ich mich mit meinen Verwandten aus dem Osten treffen kann und wenn ich persönliche Wiedervereinigungsgeschichten lese wie die auf Seite 4, spüre ich sie wieder, diese tiefe Freude von 1989. Diese Freude und den Dank sollten wir nicht vergessen, meint Ihre

Nicole Marten
nicole.marten(at)evanggemeindeblatt.de

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