Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Herbststürme

Kein Zweifel: Der Herbst ist eine Jahreszeit, in der sich schon viele politische Umwälzungen und einschneidende gesellschaftliche Veränderungen ereignet haben. Und das nicht nur in der deutschen Geschichte.

Irgendwie passend – und wahrscheinlich kein Zufall, denke ich. Denn diese Jahreszeit ist, anders als der Sommer oder Winter, eine Phase des Wandels. Und während im Frühjahr Aufbruchstimmung herrscht, steht im Herbst das Abschiednehmen im Vordergrund. Nach der reichen Erntezeit, dem prächtigen Farbenkleid, in dem sich die Natur zeigt, folgen unweigerlich stürmische Tage. Diese wirbeln so manches durcheinander – so wie es auch bei vielen geschichtlichen Ereignissen geschehen ist.

Dieses Zu-Ende-Gehen kann  eine ganz besondere Schönheit ausstrahlen, wie ein goldener Oktobertag. Es kann aber auch furchtbar und brachial sein, so wie der wüste Herbststurm, der alles von den Bäumen reißt. An solchen Tagen – ganz besonders am Ewigkeitssonntag – spüren wir, dass etwas zu Ende geht und wir loslassen müssen. Auch wenn vom „Herbst des Lebens“ die Rede ist, wird auf dieses Abschiednehmen angespielt.

Dies gleichzeitig als Möglichkeit für einen Neuanfang zu begreifen, darin liegt die Chance. Vielleicht hilft der Gedanke, damit die melancholische Herbststimmung nicht überwiegt,

meint Ihre

Franciska Bohl
franciska.bohl(at)evanggemeindeblatt.de