Christliche Themen für jede Altersgruppe

Persönlich gemeint

Warten und reden

Wir warten alle auf Frieden. Wir, das sind nicht nur wir Christen in der Adventszeit. Wir, das sind auch die Juden und die Muslime. Und eigentlich alle Menschen. Wie sehr aber die drei abrahamitischen Religionen verbunden sind, das ist mir klar geworden, als ich bei einer Tagung zum interreligiösen Dialog eine Moschee und eine Synagoge besuchte.

Nicht etwa, dass ich dadurch das Judentum oder den Islam besser verstanden hätte. Nein. Aber weil jeweils ein Muslim und ein Rabbi uns Moschee und Synagoge zeigten, rückten die Menschen näher, die diese Religion leben. Und was war zu spüren? Uns verbindet die Sehnsucht nach Frieden, die Hoffnung, dass Gott uns entgegenkommt, und die Erkenntnis, dass wir ihm den Weg öffnen sollen.

Advent eben. Nur hat jeder einen anderen Zugang und bereitet an einer anderen Tür den Empfang vor. Ist das schlimm? Nein. Nur wenn jemand so töricht ist zu glauben, dass Gewalt und Sprengstoffgürtel der richtige Willkommenschmuck für Gott, Jahwe oder Allah darstellen.

Wir warten alle auf Frieden. Und dazu gehört, dass wir miteinander reden. Es könnte ein Impuls für die Adventszeit sein, sich für Gespräche Zeit zu nehmen, für den Dialog mit anderen Religionen. Wir Christen denken uns den einen Gott ja in drei Personen, die im Dialog stehen. Also machen wir es doch wie Gott: Werden wir Mensch. Und reden miteinander, meint Ihr

Alexander Schweda
alexander.schweda(at)evanggemeindeblatt.de