Christliche Themen für jede Altersgruppe

„Pflicht wenig zielführend“ - Postition zur Impfpflicht

Die Evangelische Allianz in Deutschland hat sich zur Frage der Impfpflicht positioniert. In einer Stellungnahme lehnen Vertreter der Allianz diese Maßnahme ab, ermutigen aber gleichzeitig zur freiwilligen Impfung. Nichtgeimpfte dürften nicht pauschal ausgeschlossen werden, müssten aber dazu bereit sein, die Konsequenzen ihrer Entscheidung zu tragen.

Impfzertifikat. Impfausweis. Foto: wir sind klein, pixabayImpfausweis. Foto: wir sind klein, pixabay

Vertreter der Evangelischen Allianz in Deutschland haben zum Impfen gegen das Coronavirus ermutigt, eine Impfpflicht aber als „wenig zielführend“ bezeichnet. „Wir sprechen uns deutlich dagegen aus, die Impffrage zu einer Bekenntnisfrage zu machen“, erklärten leitende Repräsentanten des Netzwerks aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften in einer im thüringischen Bad Blankenburg verbreiteten Erklärung. Zugleich warnten sie vor einer „theologisch-endzeitlichen Überhöhung der Impfdebatte“.

Beim Thema Impfen seien medizinische Experten, der gesunde Menschenverstand und die persönliche Abwägung jedes Einzelnen gefragt, hieß es weiter: „Wir ermutigen Menschen aber, alles zu tun, um die Pandemie zu bekämpfen und sich freiwillig impfen zu lassen“, erklärten Ekkehart Vetter und Siegfried Winkler, erster und zweiter Allianz-Vorsitzender in Deutschland, sowie Allianz-Generalsekretär Reinhardt Schink und Uwe Heimowski, Beauftragter der Allianz in Deutschland am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung.

„Sehr deutlich verurteilen wir den Missbrauch der Impfdebatte durch Kräfte, die die Institutionen des Rechtsstaates grundsätzlich in Frage stellen. Wir rufen Christen dazu auf, den Glauben nicht zu instrumentalisieren und sich selbst nicht vor den Karren anderer Interessen spannen zu lassen“, heißt es in der Erklärung. „Der Diffamierung unserer Demokratie treten wir entgegen und gewaltbereiten Radikalen widerstehen wir. Beides entspricht nicht dem Wesen Christi.“

Zugleich wende man sich „gegen die pauschale Diffamierung von Nichtgeimpften als ‚Pandemietreiber‘, ‚Verschwörungstheoretiker‘ oder ‚Querdenker‘“, heißt es in der Erklärung weiter. „Die Gründe, sich nicht impfen zu lassen, sind vielfältig und die Entscheidung für oder gegen die Impfung liegt in der Freiheit des Einzelnen. Nichtgeimpfte dürfen nicht pauschal vom öffentlichen und kirchlichen Leben ausgeschlossen werden.“

Gleichzeitig gelte, dass jeder für seine Entscheidungen und sein Handeln die Verantwortung übernehmen müsse. Jede Entscheidung habe Konsequenzen, die auch persönlich zu tragen sind. „Wer sich impfen lässt, muss mit möglichen Nebenwirkungen rechnen. Wer sich gegen eine Impfung entscheidet, muss dazu bereit sein, dass zusätzliche Tests oder andere Regelungen seinen Alltag erschweren.“

Folgen sind persönlich zu tragen

Weder dürften negative Auswirkungen einer persönlichen Entscheidung „automatisch auf die Allgemeinheit abgewälzt werden, noch darf die Allgemeinheit ein Individuum aufgrund einer legitimen persönlichen Entscheidung stigmatisieren oder vom gesellschaftlichen Leben ausschließen.“

Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) gehört zur 1846 gegründeten weltweiten Evangelischen Allianz, die mit 600 Millionen Zugehörigen in rund 135 Ländern international als die größte kirchliche Vereinigung nach der römischkatholischen Kirche gilt. Arbeitsfelder der EAD sind diakonische, pädagogische, publizistische und missionarische Aktivitäten in etwa 380 Werken und Verbänden, allein in Deutschland.

epd

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