Christliche Themen für jede Altersgruppe

„Russland nicht isolieren“

Der deutsche Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ural, Sibirien und Fernen Osten, Otto Schaude, hat dazu aufgerufen, in der Ukraine-Krise die kirchlichen Kontakte nach Russland und in die Ukraine zu stärken. Jede Isolierung Russlands müsse vermieden werden, empfiehlt Schaude in einem Interview mit der Publikation „Gemeinschaft“ des Altpietistischen Gemeinschaftsverbands (Die Apis).

Otto Schaude


Schaude ruft dazu auf, für Russland zu beten und einen Bruch zu vermeiden. Deutschland sei geachtet als verlässlicher Partner auf vielen Ebenen, vor allem auch in der Wirtschaft. Dass beide Länder nach der Vergangenheit voll Leid in zwei Weltkriegen und mit Deportationen der Russlanddeutschen heute eine so gute Beziehung zueinander hätten, sei „eigentlich ein Wunder“, sagt der Bischof.

Er weist darauf hin, dass der russische Präsident Wladimir Putin mit seinem Vorgehen in der Ukraine tiefe russische Sehnsüchte nach Größe und Weltmacht befriedige. Michail Gorbatschow gelte als Totengräber von Russlands Größe. Putin gebe dem Land ein neues Selbstbewusstsein.

Die russische Annexion der Krim, die zur Ukraine gehörte, bewege in Russland die Menschen „wie kein anderes Ereignis in den letzten Jahren“. Die Sicht des Westens, dass Russland sich in der Ukraine nicht einmischen solle, werde nicht akzeptiert. Das Wort „Annexion“ werde nie gebraucht. Man freue sich über die „Rückkehr“ der Krim. Die Volksabstimmung dort gelte als beispielhafte demokratische Aktion. „Dass mit dieser Argumentation auch andere Gebiete in den Blick kommen, ist nicht unwahrscheinlich“, sagte Schaude, ehemaliger Vorsitzender des Vorstands des Gemeinschaftsverbandes Württemberg. Russland sehe dies nicht als Expansion, „sondern als eine gerechte Wiederherstellung eines rechtmäßigen historischen Gebietes“.

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