Christliche Themen für jede Altersgruppe

Schenken mit Bedacht

Kinder zu beschenken ist eine besondere Freude. Allerdings: Zu viele Päckchen können Kinder auch maßlos überfordern – und nicht jedes Geschenk muss aus dem Spielzeugladen stammen. Anmerkungen zum Schenken und zur Bescherung.

So groß ist die Vorfreude, so hoch die Erwartungen an ein harmonisches Fest, so liebevoll geschmückt der Tannenbaum. Schon seit dem frühen Morgen sind Lena, 5, und Robert, 7, aufgeregt: Wann geht es endlich los? Nach dem Krippenspiel ist er endlich da, der langersehnte Moment: Das Glöckchen läutet, das Christkind war da! Fünf Minuten ist die Feststimmung unter zerknüllten Papierbergen begraben. Lena und Robert überbieten sich im Aufreißen, kaum ist ein Päckchen aufgemacht, ist schon das nächste dran. Die Eltern und die Großeltern sitzen derweil etwas bedröppelt auf dem Sofa. So hatten sie sich die Bescherung nicht vorgestellt: als Wettbewerb im Schnellauspacken mit völlig überdrehten Kindern. Es geht auch anders.

Auspacken und losspielen, das wäre die perfekte Bescherung für Kinder. Die Spielzeugindustrie hat großes Interesse, dass das bunte Plastik in die Kinderzimmer wandert.
© Fotos: epd Bild, Aisyaqilumar/Adobe 

Weniger ist mehr

Natürlich wollen alle den Kindern eine Weihnachtsfreude machen, Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel. Aber je mehr Päckchen unterm Baum liegen, desto schneller gehen die einzelnen Gaben unter. Die Kinder sind ob der Masse schnell überfordert. Man kann sich beim Schenken auch zusammentun: Für den Kaufladen legen alle zusammen, dann kann es auch einer aus Massivholz sein, der viele Jahre hält. Wer unbedingt noch eine Kleinigkeit verschenken will, kann die Holzbananen dazu einzeln einwickeln.

Schöne Bescherung

Je größer die Familie, desto mehr Päckchen liegen unterm Baum und desto weniger Aufmerksamkeit wird dem Inhalt im großen Aufreißtaumel geschenkt. Doch Eltern können gegenlenken: Erst macht Lena ihr Päckchen auf, dann Robert, dann die Mama, dann der Opa, und so weiter. So viel Geduld muss sein, auch wenn es schwerfällt. Aber dafür gibt es danach keine langen Gesichter, weil das liebevoll ausgesuchte Geschenk bei der Bescherung kaum gewürdigt wurde.

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Wunschzettel kurz halten

Eigentlich eine feine Sache, so ein Wunschzettel: Die Kinder schreiben auf, was sie sich wünschen, die Erwachsenen arbeiten die Liste ab. Doch meistens stehen auf dem Wunschzettel viele Dinge, die dem Kind gar nicht so wichtig sind. In der Regel gibt es einen Herzenswunsch. Wenn sich der erfüllen lässt, umso besser. Die langen Listen mit den vielen „Das-auch-noch-Wünschen“ sind vor allem der Werbeflut der Vorweihnachtszeit geschuldet: Der Briefkasten quillt über mit Prospekten, im Fernsehen laufen Spots für blinkenden Plastikkram in Dauerschleife. Das weckt Begehrlichkeiten, aber sind das Wünsche?

Gut überlegte Überraschungen

Wer seine Kinder oder Enkel gut beobachtet, der erkennt auch einen Herzenswunsch, der gar nicht auf der Liste steht. Da gibt es das Brettspiel, das der Sohn immer so gern bei seinem Freund spielt. Oder die Kinderzeitschrift, die die Tochter im Wartezimmer des Kieferorthopäden immer so gerne liest. Wenn dann an Weihnachten ein Abo dieser Zeitschrift oder das besagte Brettspiel unterm Baum liegt, ist das eine Überraschung, die Freude macht – und alles andere als ein Verlegenheitsgeschenk.

Zeit schenken

Die Patentante ist zu Besuch, doch beim Gang ins Kinderzimmer wird ihr mulmig: Oh je, die Regale sind mehr als voll, die Spielzeugkisten quellen über. Und jetzt soll sie diese Masse an Weihnachten noch um eine Puppe erweitern, obwohl da schon sechs andere in der Wiege gestapelt sind? Dann doch lieber eine gemeinsame Unternehmung verschenken. Das kann ein Besuch im Schwimmbad mit der großen Wasserrutsche sein, ein Nachmittag in einer Trampolinhalle, ein Besuch im Kino oder einer Mitmach-Ausstellung für Kinder. An die gemeinsam verbrachte Zeit erinnern sich später beide gerne.

Gutschein mit Plan

Für Kinder ist ein Gutschein sehr abstrakt. Wer eine gemeinsame Unternehmung verschenkt, kann dazu noch ein passendes Sachgeschenk mit einpacken: für die Trampolinhalle die nötigen Socken dazu, für den Besuch im Spaßbad die Badeschlappen. Vor allem ist wichtig, die Einlösung nicht dem Kind zu überlassen, sondern konkrete Vorschläge zu machen, wann die Unternehmung starten soll. Und zwar möglichst bald: Für ein Kind ist ein Ausflug zum Zelten in den Sommerferien noch ewig hin. Deshalb lieber etwas aussuchen, was sich auch schnell in die Tat umsetzen lässt.

Der Herzenswunsch: ein Hund

Tiere stehen auf der Wunschliste von vielen Kindern ganz weit oben: ein Hund als Kamerad und Spielgefährte, ein Kaninchen zum Kuscheln ... Letzteres ist allerdings ein Flucht- und kein Schmusetier. Mit der Verantwortung für einen Hund ist ein Kind definitiv überfordert, es sind die Erwachsenen in der Familie, die entscheiden müssen, ob sie einen Familienzuwachs auf vier Beinen möchten. Und zwar nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern für viele Jahre. Diese Entscheidung fällt man leichter, wenn man erst mal einen Hund vom Tierheim regelmäßig ausführt. Ein Vorhaben, das sich symbolisch verschenken lässt: zum Beispiel als Kalender, in dem die Tierheimbesuche eingetragen sind.

Selber machen mit Vergnügen

Für Jungs und Mädchen, die gern werkeln, gibt es schöne Sets zu kaufen: Filzwolle in abgestimmten Farben, einen Werkzeugkoffer mit Hammer, Feile, Zange, Boxen mit Kratzbildern und Glitzerstaub. Schöne Dinge, zweifellos. Doch Kinder brauchen es gar nicht so perfekt. Eine Kiste mit Holzresten in verschiedenen Größen, ein Karton mit Stoffen in unterschiedlichen Mustern, Papiere in vielen Farben und Stärken: Damit können Kinder die tollsten Sachen machen.

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