Christliche Themen für jede Altersgruppe

Schöne, informative Wanderwege - Landwirtschaft wahrnehmen (Teil 1)

FORCHTENBERG (Dekanat Öhringen) – Der Hohenloher Bauernlehrpfad führt durch Felder, Wiesen, Wälder und Weinberge. Wandern oder Radeln ist dort angesagt, Natur genießen und sich dabei über die Landwirtschaft in Hohenlohe informieren: All das beschert einen schönen, interessanten und abwechslungsreichen Tag.

Hohenloher Bauernlehrpfad. Grandiose Weitblicke. Foto: Claudia Burkert-AnkenbrandHohenloher Bauernlehrpfad. Grandiose Weitblicke. Foto: Claudia Burkert-Ankenbrand

Es ist einer von jenen Tagen im Frühjahr, an denen man einfach raus in die Natur muss. Einen endlos blauen Himmel über Hohenlohe, Sonne satt und ein laues Lüftchen braucht es jedoch nicht immer, um sich auf den Hohenloher Bauernlehrpfad zu machen. Egal zu welcher Jahreszeit man sich die zehn Kilometer vornimmt: Natur und Landwirtschaft finden das ganze Jahr über statt. Wanderschuhe schnüren oder Fahrrad satteln, schon kann es losgehen.

Gestartet wird im Kochertalstädtchen Forchtenberg an der Bushaltestelle bei der Kocherbrücke, wo es auch Pkw-Parkplätze gibt. Dort beginnt der Hohenloher Bauernlehrpfad. Eine Karte macht mit dem Verlauf des Weges bekannt.

Auch die Macher des Lehrpfades kommen zu Wort. Die Initialzündung kam vom Bezirksarbeitskreis des Evangelischen Bauernwerks im Dekanat Öhringen. Der bekam den Impuls von Veronika Grossenbacher, Bildungsreferentin beim Bauernwerk. Die Diplom-Agraringenieurin brachte die Idee aus der Schweiz mit. Dort gibt es den Emmentaler Bauernlehrpfad. In Hohenlohe halfen bei der Entstehung des Pfades die Bauern aus Muthof, Schleierhof und Büschelhof, ebenso der Kreisbauernverband Hohenlohe, das Landwirtschaftsamt und das Katholische Landvolk. Auch viele Spenden trugen dazu bei.

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen

Die erste Etappe kostet etwas Puste. Denn der Pfad führt aus dem Kochertal auf die Hochfläche. Sportliche können die Mutstaffel nehmen. Der historische Weg, um den sich die Sage vom Teufel auf der Mutstaffel rankt, führt vom Fuße des Wachsbergs auf die Gradmannplatte. Von dort grüßt bereits der Muthof aus der Ferne. Wer auf dem Rad oder mit Kinderwagen unterwegs ist, bleibt auf der Muthofer Straße. Zuvor noch die Infotafel am Fuße des Wachsbergs lesen. Über die Landwirtschaft im Hohenlohekreis nimmt man unter anderem mit, dass es 1979 insgesamt 3578 landwirtschaftliche Betriebe gab, im Jahr 2010 noch 1229.

Hohenloher Bauernlehrpfad. Infotafel. Foto: Claudia Burkert-AnkenbrandGeschafft: Die Hochfläche zwischen Kocher- und Jagsttal ist erreicht. An Feldern und Wiesen vorbei geht es zum Muthof. Was auf den Feldern geerntet wird? Zuckerrüben, Raps und Sonnenblumen, verrät die Tafel am Waldrand. Der Weg zum Muthof führt entlang eines kleinen Tales, in dem bei Regen Wasser plätschert. Die dort aufgestellte Tafel widmet sich dem Wasserschutz. Wissenswertes über Hühnerhaltung, Rindermast, den bäuerlichen Familienbetrieb und Ferkelerzeugung erfährt man im Muthof. Der Weiler verabschiedet sich mit einer blühenden Streuobstwiese.

Wie bedeutsam die Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Kirschbäume sind, verdeutlicht die Infotafel über Streuobstwiesen. Nach dem Muthof führt der Bauernlehrpfad an Äckern vorbei. Was das Jahr über im Ackerbau zu tun ist, weiß man, bevor der Pfad ins Grün des Waldes führt.

Die Sonne blinzelt durch das frische Laub. Der Waldboden ist mit Buschwindröschen übersät. Auch ein Urwald von morgen kann erlebt werden: Der Bannwald Hofstatt ist ein Waldschutzgebiet. Bizarre Baumgestalten sind hier zu sehen. Der Lehrpfad verlässt den grünen Forst vor den Tiroler Seen. Es ist auch möglich, die Wanderung bei den Seen zu beginnen. Informationstafeln stehen dort für Seiteneinsteiger.

Veronika Grossenbacher und Bernd Schimmel halten den Hohenloher Bauernlehrpfad in Schuss. Foto: Claudia Burkert-Ankenland

Veronika Grossenbacher und Bernd Schimmel, Hohenloher Bauernlehrpfad Wart. Foto: Claudia Burkert-Ankenland

Gräser, Kräuter und verschiedene Kleearten wachsen auf den Grünlandflächen unterhalb der Tiroler Seen. Sie bieten Lebensraum für Insekten und Kleinlebewesen. Die saftigen Wiesen, deren Gräser sich im Frühlingswind sanft wiegen, bringen wohl kaum Arbeit in den Sinn. Wer jedoch die Informationen über das Grünland studiert, wird mit einem 14-stündigen Arbeitstag für den Landwirt im Sommer konfrontiert. Am Schleierhof ist Bernd Schimmel zuhause. Der Landwirt führt mit seinen beiden Söhnen einen Milchviehbetrieb und ist auch der Ansprechpartner vor Ort für den Bauernlehrpfad. Herzenssache ist für ihn, dass die Landwirtschaft in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Er kümmert sich daher in seiner Freizeit ehrenamtlich um den Lehrpfad. Er erneuert Holzpfähle, an denen Infotafeln befestigt sind, schneidet Gebüsch weg, das sich um die Tafeln rankt, und zusammen mit Veronika Grossenbacher geht’s im Frühjahr auf Putzaktion, bei der sie alle Tafeln abwaschen. Im Schleierhof wird für den Bauernlehrpfad auch gefeiert: Was bei Dorffesten an Erlös übrigbleibt, fließt in die Instandhaltung. Der Schleierhof punktet auch mit Informationen. Man lernt die Milchkuh Berta kennen. Sie erklärt auf einer der Infotafeln, was man über Milchvieh wissen sollte. Pferde sind im Schleierhof ebenfalls zuhause. Ponys und Kleinpferde leben auf der Happy Horse Ranch. Sie werden zum Reiten und Fahren genutzt. Am Ortsende, wo weit über Wiesen und ein kleines Seitental geblickt werden kann, erklärt eine Tafel den Kreislauf der Nährstoffe.

Nach nur wenigen Metern führt der Lehrpfad in den schattigen Klosterwald. Buchen, Eichen und Fichten ragen darin in den Himmel. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff – dem widmet sich die Infotafel am Waldrand. Ein grandioser Weitblick über das Kochertal hinüber zu den Waldenburger Bergen eröffnet sich. Blühende Apfelbäume und steinerne Zeichen des Glaubens flankieren den Weg nach Büschelhof. Ein Wasserturm für Löschwasser markiert den Ortseingang vom Büschelhof.

Wer die Informationen vor dem Turm liest, weiß hinterher mehr über Mais und Kartoffeln. Die Infotafel über Bienen ist zurzeit bei Schimmels auf dem Hof, da es im Büschelhof keinen Imker mehr gibt. Dafür einen schmucken Ortsmittelpunkt.

Entlang dem Hohenloher Bauernlehrpfad. Büschelhof, Ortskern mit Dorfbrunnen. Foto: Claudia Burkert-AnkenbrandEntlang dem Hohenloher Bauernlehrpfad. Büschelhof, Ortskern mit Dorfbrunnen. Foto: Claudia Burkert-Ankenbrand

Der Dorfbrunnen plätschert, der Duft von Flieder umspielt die  Nase und ein Hingucker sind die renovierten Bauernhäuser. Am Scheunentor der Besenwirtschaft Braun gibt es Infos über die Schweinemast. Nun geht’s Richtung Weinberge. Man kommt an eine Infotafel mit der Überschrift „Tatsächlich Schwein gehabt“. Ein Frage- und Antwortspiel zwischen einem lernbegierigen kleinen Schwein und seinem großen Bruder Frederik bringt rüber, wie wertvoll Essen ist.

Fast auf der Zielgeraden, die auf das malerisch im Kochertal gelegene Forchtenberg mit seiner Burgruine blicken lässt, wird auf dem Lehrpfad der Blick in die Zukunft gerichtet. „Entwicklung wohin?“ ist die vorletzte Infotafel überschrieben. Was sinkende Verbraucherpreise, weniger und größere landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland und immer mehr Menschen, die ein Landwirt ernährt, für Folgen haben, macht nachdenklich.

Hohenloher Bauernlehrpfad. Weinberg. Foto Claudia Burkert-AnkenbrandDas letzte Kapitel auf dem Hohenloher Bauernlehrpfad wird mit dem Weinbau im Kochertal aufgeschlagen. Der Wein prägt Landschaft und Kultur, über Jahrhunderte war er das Haupterzeugnis der Region. Hinab ins Kochertal führt die letzte Etappe des Lehrpfades, der dort endet, wo er begann, und den man anders verlässt, als man gestartet ist. Denn von dem Spaziergang nimmt man viel über die Landwirtschaft mit. □

◼ Internet: www.bauernlehrpfad.de

 

 

 

Meinungsumfrage

Wollen Sie die Sommer- oder die Winterzeit behalten, wenn es keine Zeitumstellung mehr gibt?

Ergebnis anzeigen